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Kurz gesichtet:Passt doch

Korkreste? Gibt es nicht bei Designer Noé Duchaufour-Lawrance, er macht daraus Möbel.

(Foto: Hersteller)

Nur auf den ersten Blick ungewöhnlich: Kim Kardashian designt Schlafanzüge für Olympia, aus Korkresten werden elegante Möbel, und Missoni setzt auf Skater. Die Stil-News der Woche

Von Anne Goebel, Julia Rothhaas und Silke Wichert

Upcycling ist aus dem Design nicht mehr wegzudenken, der Franzose Noé Duchaufour-Lawrance hat für ein spannendes Projekt persönliche Erfahrungen und den guten Zweck der Nachhaltigkeit miteinander verbunden. Grundlage seiner Möbelserie "Burnt Cork" aus Korkresten sei eine Reise nach Portugal gewesen, bei der er vom Auto aus verheerende Brände in den Korkeichen-Wäldern von Pedrógão Grande beobachtet habe. Die Feuer hätten ihn gleichzeitig fasziniert und schockiert, so der Designer. Seine Besuche in einem portugiesischen Betrieb für Korkverarbeitung inspirierten ihn zu der Idee, aus Materialresten Tische, Hocker und sogar Liegen zu entwerfen. Die sanft geschwungenen Möbelstücke seines Studios Made in Situ weisen an der Basis gröbere Strukturen auf, die Oberflächen sind glatt. Damit soll der Benutzer die Beschaffenheit des Materials am Baum von rau bis weich nachempfinden, so Duchaufour-Lawrance, der als Innenarchitekt unter anderem für Ligne Roset und Paco Rabanne arbeitet (noeduchaufourlawrance.com).

Hochzeit auf Italienisch: Look aus der Kooperation von Missoni und Palm Angels.

(Foto: Hersteller)

Hier kommt mal wieder zusammen, was scheinbar gar nicht zusammen passt: Palm Angels x Missoni. Das sehr erfolgreiche, preppige Skate-Label und die legendäre italienische Strick-Marke haben für den Sommer eine Capsule Collection herausgebracht. Genau davon leben die Tracksuits, Tops und Cardigans allerdings auch: Dass hier ziemlich furchtlos die typischen Missoni-Muster und -farben mit Palm Angels Streetwear-Ansatz gemixt wurden. Der Mailänder Art Director und Fotograf mit dem schönen Namen Francesco Ragazzi, der früher für Moncler arbeitete, begann unter dem Namen Palm Angels eigentlich nur eine fotografische Dokumentation der Skater-Szene von Los Angeles. Erst 2015 wurde daraus eine erste Kollektion und Ragazzis italienische Version amerikanischer Skater-Kultur hob bei Einkäufern und Kunden sofort ab. Und wer sich erinnert: Rosita und Ottavio Missoni, die Eltern der aktuellen Kreativdirektorin Angela Missoni, waren 1953 mit ihren Zickzack-Mustern ja auch mal italienische Avantgarde. Passt also doch (palmangels.com, missoni.com).

Was ist ein Lieblingssong von Claudia Schiffer? ("Rocket Man" von Elton John) Welches Hotel schätzt das ehemalige Supermodel (Schloss Elmau in den bayerischen Alpen), und was ist an Regisseur Robert Zemeckis so toll? In dem neuen Band How to be a tastemaker werden Prominente aus Kultur, Mode und Lifestyle portraitiert, indem man als Leser Einblick in ihre persönliche Vorlieben bekommt: Bevorzugter Musiktitel, beste Nachtcreme, netter Café-Favorit im Urlaub abseits ausgetretener Touristenpfade. Die Antworten geben natürlich keinen Aufschluss über die Frage, warum die ausgewählten Personen überhaupt Trendsetter sind - der Innenarchitekt Luke Edward Hall zum Beispiel, Model Lily Cole oder die junge Neurowissenschaftlerin Tara Swart. Aber das macht den Charme des Buches aus, erschienen im Gestalten Verlag und zusammengestellt von der Pariser Buchhandlung und Multimedia-Plattform Semaine: Das stilbildende Potenzial der Protagonisten wird einfach behauptet, und ob man sich dem anschließt oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Anregend sind die Listen auf jeden Fall - ist die feministische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie nun die beste Sommerlektüre oder Bram Stokers Dracula? Am besten beide mal wieder lesen (39.90 Euro, gestalten.com).

Für die Zeit zwischen den Wettkämpfen: Loungewear von Skims für US-Athletinnen.

(Foto: Hersteller)

Weil es weder Form noch Ton gab, den sie sich wünschte, nähte sich Kim Kardashian lange selbst die gewünschte Shapewear aus verschiedenen Teilen zusammen und färbte sie mit Teebeuteln, damit die Mieder auch zu ihrer Haut passen, so jedenfalls erzählte die 40-Jährige der deutschen Vogue. Und Not macht bekanntlich erfinderisch: Mit ihrer Marke Skims hat Kardashian bereits 2019 den Markt für Figur formende Unterwäsche revolutioniert. Nun folgt der nächste Coup: Skims stattet die weiblichen Athletinnen des US-Teams für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio mit Unterwäsche, Loungewear und Schlafanzügen aus. Die Kollektion kommt ohne viel Trara aus, die Farben sind wie immer bei Skims dezent und lediglich versehen mit dem Schriftzug "Team USA". Zu den Models für diese Kampagne, die ab Juli auch Nicht-Olympionikinnen online zur Verfügung steht, gehören unter anderem die Hürdenläuferin Dalilah Muhammad, die Schwimmerin Haley Anderson und die paralympische Leichtathletin Scout Bassett (skims.com).

© SZ
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