Interview mit Dieter Rams "Ästhetik ist immer auch eine Frage der Bildung"

Industriedesigner Dieter Rams im Vitsoe Showroom in Max-Vorstadt in München.

(Foto: Natalie Neomi Isser)

Egal ob Taschenrechner, Wecker oder Plattenspieler: Die schlichten Entwürfe von Dieter Rams beeinflussen bis heute Designer auf der ganzen Welt. Ein Gespräch über japanische Zurückhaltung, Chaos und die Probleme von Apple.

Von Laura Weissmüller

Deutschlands bekanntester Designer wirkt selbst so zeitlos wie seine Entwürfe. Seit Jahren sieht er unverändert aus. Extrem wach blicken seine Augen aus der braunen Hornbrille auf sein Gegenüber. Den Platz auf dem Sofa lehnt er ab, Dieter Rams bevorzugt den harten Stuhl. Nur ein archaisch wirkender Gehstock erinnert daran, dass der Produktgestalter tatsächlich schon 84 Jahre alt ist.

SZ: Herr Rams, Sie haben mal gesagt, Sie wollten Dinge nie schön machen. Was haben Sie gegen schöne Dinge?

Dieter Rams: Ich ...