Zukunftssorgen bei 1860 München:"Schwerwiegende Konsequenzen"

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5,5 Millionen Euro jährlich garantiert der Vertrag mit H.I. Squared. Das Problem ist allerdings: Die Garantiesumme wurde damals nicht durch eine Bankbürgschaft oder ein ähnliches Mittel abgesichert. Obwohl die daraus resultierende Gefahr von mehreren Personen im Verein erkannt worden war. Nun also war da statt des Vermarkterriesens IMG plötzlich eine neu gegründete Firma, die laut Handelsregister über ein eingetragenes Stammkapital von 25 000 Euro verfügte.

Und nun garantierte sie für eine jährliche Zahlung in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Welche Gefahr diese Vertragskonstruktion (ohne wirkliche Garantien) in sich birgt, könnte sich nun erweisen, da sich Ismaik beim Gestaltungsprozess übergangen fühlt wie nie zuvor und mit Anwalt Michael Scheele (der am Donnerstagnachmittag noch immer in Abu Dhabi weilte) "schwerwiegende Konsequenzen" plant. Für den TSV 1860 München beginnt das Zittern hoch zwei.

Denn es besteht zwar eine vertragliche Verpflichtung, die für zehn Jahre geschlossen wurde. Doch die wird wenig helfen, wenn H.I. Squared einfach nicht mehr zahlt. Die Firma müsste allerdings wohl juristisch aussichtsreich erklären, warum sie es nicht mehr tut. H.I. Squared könnte etwa argumentieren, die KGaA habe in den vergangenen Monaten grob fahrlässig gehandelt - dass sie ein Klima geschaffen habe, in dem bestehende Geldgeber abspringen und die Akquise von neuen Sponsoren fast unmöglich ist. Etwa durch ablehnendes Verhalten gegenüber den Ideen des Investors oder die Verlängerung mit dem bei vielen Fans unpopulären Trainer Alexander Schmidt.

So ließe sich eine Vertragsverletzung seitens der KGaA konstruieren - die ja quasi aus dem Geist des Vertrags heraus verpflichtet ist, alles zu tun, um H.I. Squared die Erfüllung seiner Verpflichtungen zu ermöglichen. Sprich: einigermaßen ordentliche Rahmenbedingungen für die Vermarkter zu schaffen. Der juristische Ausgang eines solchen Vorgehens von Iraki und Ismaik wäre ungewiss, aber auch ziemlich egal: Bis eine Klage von 1860 gegen H.I. Squared auf Zahlung zu einem Urteil geführt hätte, wäre der Klub wohl ohnehin längst insolvent.

Natürlich stellt sich die Frage, ob Iraki und Ismaik bereit sind, ihre gesamten Investitionen einfach abzuschreiben. Aber bei Sechzig geht es ja seit Monaten nie darum, was passieren wird - sondern immer nur darum, was passieren könnte. Die jüngere Vereinshistorie ist eine Aneinanderreihung von Drohkulissen. Und das schaurigste Bühnenbild könnte, irgendwie war das zu erwarten, wieder einmal der Investor errichten - auf Grundlage des Vermarktervertrages. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Hasan Ismaik inzwischen jenen Mann loswerden will, der ihm einst diesen vortrefflichen Kontrakt garantierte. So aber steht Schäfer vor einer Falle, die er einst mithalf zu graben.

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