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Unfall von Felix Neureuther:Polizei wünscht viel Glück

Felix Neureuther hätte am Freitag in Sotschi eintreffen sollen, doch auf dem Weg zum Flughafen verliert er bei Blitzeis die Kontrolle über sein Fahrzeug. Diagnostiziert wird unter anderem ein Schleudertrauma. Ob der Slalom-Favorit bei Olympia an den Start gehen kann, ist ungewiss.

Der Schaden halte sich in Grenzen, sagte ein Sprecher der Polizei, die Leitplanke sei beschädigt, das werde etwa 300 Euro kosten. Felix Neureuther wiederum ließ mitteilen, er werde den Schaden bezahlen, abgesehen davon gehe es ihm "den Umständen entsprechend gut".

Das war eine der Nachrichten, die am Freitagnachmittag nach Sotschi kamen, und es ist natürlich kein gutes Zeichen, wenn Neureuther während der Olympischen Spiele erfährt, was eine kaputte Leitplanke kostet, und sagen muss, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe.

Eigentlich hätte Neureuther am Freitagmorgen nach Sotschi fliegen sollen und von dort hinauf fahren nach Krasnaja Poljana, ins Olympische Dorf in den Bergen, wo das deutsche Alpin-Team wohnt. Aber dann klingelte bei Cheftrainer Karlheinz Waibel das Handy, Albert Doppelhofer war dran, der Techniktrainer der deutschen Männer, der mit Neureuther wie auch Fritz Dopfer und Stefan Luitz auf den Flug gebucht war. Der Felix verspäte sich, er habe auf dem Weg zum Flughafen einen Autounfall gehabt, sagte Doppelhofer, "da hab' ich mir erst mal noch nichts gedacht", sagt Waibel am Freitagabend in Krasnaja Poljana.

Aber es kamen dann ständig neue Nachrichten, neue Telefonate, "das ging häppchenweise", sagt Waibel, und am Schluss war klar, "dass sich das Ganze doch ein bisschen drastischer darstellt". Wie drastisch, kann Waibel nicht sagen, das werde sich erst in den kommenden Tagen herausstellen. Felix Neureuther jedenfalls soll an diesem Samstag alleine nach Sotschi fliegen, das ist die gute Nachricht.

Die schlechte ist, dass er zwar wie geplant am kommenden Mittwoch im Riesenslalom und am Samstag im Slalom starten will, derzeit aber niemand sagen kann, ob das möglich ist. "Aber er ist bei uns in den besten Händen", sagt Waibel, "deshalb glaube ich schon, dass man das in den Griff kriegen kann", er ist optimistisch, etwas anderes bleibt gar nicht übrig.

Wann genau der Unfall passierte, war nur häppchenweise in Erfahrung zu bringen. Nach der jüngsten Mitteilung der Polizei sei Neureuther vor 5.30 Uhr auf der A95 von Garmisch-Partenkirchen nach München zwischen Höhenrain und Schäftlarn bei winterlichen Verhältnissen ins Schleudern geraten und gegen die Mittel-Leitplanke geprallt.

Seine Freundin, die Biathletin Miriam Gössner, saß auf dem Beifahrersitz, sie informierte die Polizei, allerdings erst, nachdem die beiden weitergefahren waren, weshalb die Staatsanwaltschaft München II ein Verfahren einleitete, wegen des Verdachts der Unfallflucht. Allerdings spreche nichts dagegen, dass Neureuther "in den nächstbesten Flieger nach Sotschi steigt", sagte ein Polizeisprecher, und übrigens wünsche er Neureuther viel Glück, "um Medaillen für Deutschland zu gewinnen". Die Vernehmung habe Zeit bis nach Olympia.