Thiagos Ausfall beim FC Bayern:Manchester im Kopf

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Gegen Hoffenheim vollbrachten es die Bayern ohne Thiago schon mal nicht, nach einer 3:1-Führung die Spielkontrolle zu wahren. Oder war es der Meisterkater? Spukte Manchester United in den Köpfen, der kommende Gegner? "Bei mir nicht", sagte Torwart Tom Starke, der Manuel Neuer vertreten hatte. Lahm gestand: "Wir hatten nach dem Spiel in Berlin zwei Tage frei, am Freitag haben wir uns im Grunde schon auf das Spiel in Manchester vorbereitet." Guardiola hielt ein Impulsreferat über das Thema Ballbesitz: "Wenn wir den Ball nicht haben, sind 17 Mannschaften in der Bundesliga besser als wir." Und Starke bestätigte eine schockierende Erkenntnis, die sich Beobachtern schon während des Spiels aufgedrängt hatte: "Man hat gesehen, dass wir auch nur Menschen sind."

So hatte sich ein munteres Fußballspiel unter ganz normalen Menschen entsponnen. Anthony Modeste, Kevin Volland und Roberto Firmino umzingelten beständig Dante, van Buyten und Starke. Die zweite Welle der Hoffenheimer nahm die nicht immer souveränen Anspiele aus der Bayern-Defensive in Empfang, Sekunden später rollte der Konter Richtung Tom Starke. So erschuf die TSG Modestes Führungstor, so erzwang sie Firminos Ausgleich. Dass die Bayern zwischendurch 3:1 führten, dank zweier fabelhafter Tore und einem fabelhaften Assist von Sturm-Dino Claudio Pizarro - na und?

Hoffenheim rannte und presste weiter, Bayern konterte, Hoffenheims Torwart Grahl verhinderte das Schlimmste, dann rannte Hoffenheim wieder an. Waren andere in München wie eine schüchterne Schulklasse aufgetreten, stiefelte Hoffenheim wie ein Cowboy beim Wildwest-Duell durch die Arena. Das Spiel hätte auch 5:4 ausgehen können. Für Hoffenheim.

"Über allem stand bei uns Mut", sagte Sportdirektor Alexander Rosen nach dem Spiel stolz, "wir haben über weite Strecken des Spiels den Gegner im Fünfmeterraum angelaufen. Ich glaube, das ist hier auch noch nicht so oft passiert." Bei den Unentschieden in dieser Saison gegen Leverkusen und Freiburg, "da hatten die Bayern ein Chancenverhältnis von 48:1", scherzte Rosen. Dann fügte er feierlich an: "Unser Punkt war verdient, da werden sie mir Recht geben."

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