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Tumult bei Freiburg gegen Frankfurt:Abraham streckt Streich nieder - Versöhnung folgt

David Abraham und Christian Streich beim Spiel SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt

Versöhnung geglückt: Christian Streich (rechts) umarmt Rotsünder David Abraham.

(Foto: Patrick Seeger/dpa)
  • Bayer Leverkusen gewinnt beim VfL Wolfsburg mit 2:0, der SC Freiburg siegt gegen die Eintracht Frankfurt mit 1:0.
  • Alle vier Teams zeigen durchwachsene Leistungen.
  • Die Partie Freiburg gegen Frankfurt endet mit einer gelb-roten und gleich zwei glatt roten Karten.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen und der Tabelle der Bundesliga.

Warum David Abraham ihn abgeräumt hatte, wusste Christian Streich nicht. Abraham sei so schnell auf ihn zugekommen, dass er nicht hätte ausweichen können, sagte der Trainer des SC Freiburg über die Rempel-Attacke des Argentiniers von Eintracht Frankfurt. "Und dann hätt' er mich halt einfach über die Hufen gerennt, heißt das auf Alemannisch", sagte der 54-Jährige. Nachdem der Argentinier sich aber in den Katakomben des Schwarzwald-Stadions bei ihm entschuldigt hatte, konnte Streich auch schon wieder über die Aktion lachen.

"Er ist zu mir gekommen, hat sich entschuldigt. Ich habe gesagt: "David, alles okay." Dann sagte er: "Ich habe gedacht, du bist ein bisschen stabiler", scherzte Freiburgs Coach. Denn stabil war er bei dem Body-Check des Hitzkopfs kurz vor Ende des 1:0-Siegs gegen die Eintracht nicht gewesen, sondern vor der Bank des Sport-Clubs zu Boden gegangen. Anschließend stürmten Freiburgs Trainerteam sowie die Auswechselspieler auf Abraham zu. Die Folge: Rot für den Argentinier sowie für Freiburgs Vincenzo Grifo, der Abraham ins Gesicht gefasst hatte.

"Zum Schluss ist es ein bissl hektisch geworden", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter mit seinem österreichischen Akzent. Der Christian habe "die Füße unter dem Boden verloren", kommentierte Hütter mit einem Schmunzeln. Etwas später postete die Eintracht in den sozialen Netzwerken auch noch eine öffentliche Entschuldigung Abrahams. Der Sport-Club twitterte zudem ein Bild von Abraham und Grifo, die sich lachend die Hand geben. Alles gut also?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jedenfalls dürfte sich Abrahams Rempler und die anschließende Rudelbildung am Montag nochmal anschauen. Schließlich muss der DFB darüber entscheiden, wie lange Abraham und Grifo nach ihren Roten Karten nun gesperrt werden. Der höchste DFB-Vertreter war am Sonntagabend bereits in Freiburg gewesen: DFB-Präsident Fritz Keller hatte seinen Ex-Club besucht und sich im Anschluss an die hitzige Schlussphase auch in den Katakomben des Stadions aufgehalten. Da hatten sich die Gemüter aber dann schon wieder beruhigt.

Leverkusen siegt wieder

Bei Bayer Leverkusen sieht es derweil wieder besser aus: Fünf Tage nach dem Erfolg in der Champions League gegen Atletico Madrid (2:1) setzten sich die Rheinländer beim VfL Wolfsburg mit 2:0 (1:0) durch. Damit haben sie nach zuvor vier Ligaspielen ohne Sieg wieder Anschluss an die internationalen Plätze.

Die Treffer erzielten Karim Bellarabi (25.) und der kurz zuvor eingewechselte Paulinho (90.+6). Bellarabi narrte bei seinem Solo die gesamte VfL-Hintermannschaft und schoss aus kurzer Entfernung ein. Die Platzherren protestierten wegen eines angeblichen Foulspiels von Bellarabi an Marcel Tisserand, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe erkannte das Tor an.

Wolfsburg gerät immer stärker unter Druck

Für die Gastgeber ist es das siebte Pflichtspiel ohne Sieg in Serie. Drei Tage nach der 1:3-Niederlage in der Europa League gegen KAA Gent blieben die Wolfsburger erneut deutlich unter ihrem Leistungsvermögen, die Zuschauer waren unüberhörbar enttäuscht. Aber auch Bayer war von zwei schwachen Mannschaften lediglich das etwas bessere Team.

In einer zerfahrenen ersten Halbzeit präsentierten sich die Gäste ballgewandter, aber auch zweikampfstärker. Nach dem Seitenwechsel änderte sich dann zunächst das Bild. Die Wolfsburger drängten auf den Ausgleich, die Schützlinge von Trainer Peter Bosz wirkten verunsichert. Zwei Personalwechsel trugen dazu bei: Bellarabi blieb nach der Halbzeitpause in der Kabine, bereits in der 42. Minute musste Kai Havertz mit Oberschenkelproblemen das Spielfeld vorzeitig verlassen. Doch die Wolfsburger belohnten sich für ihren Mut zu mehr Offensive nicht. Vielversprechende Aktionen wurden immer wieder durch miserable Flanken und Vorlagen geradezu torpediert. Bei einem Konter verpasste Nadiem Amiri (56.) die Vorentscheidung für Leverkusen. In der Schlussphase blieb auf beiden Seiten wieder vieles Stückwerk, klare Aktionen wurden immer seltener.

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