Spekulationen um Wechsel:Warten auf die Offerten der De-Bruyne-Narren

Fussball 1. Bundesliga, 1. Spieltag: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt

Auf dem Sprung? Wolfsburgs Kevin De Bruyne

(Foto: Thomas Eisenhuth/photoarena)
  • VfL-Trainer Dieter Hecking wünscht Kevin De Bruyne schon einmal alles Gute - das klingt arg nach Abschied.
  • War's das mit der Ära De Bruyne in Wolfsburg? Weiterhin sei alles möglich, sagt der Umworbene.

Von Javier Cáceres, Wolfsburg

Am Tag nach dem Bundes- liga-Auftaktsieg des VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt (2:1) zwängte sich Kevin De Bruyne in feinen Zwirn. Gleich zwei Ehrungen standen an. Im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen wurde der Belgier als Fußballer des Jahres in Niedersachsen ausgezeichnet.

Am Abend trat er dann noch bei der Verleihung des Sport-Bild-Awards in Hamburg auf. Dabei ließ er sich von Moderator Alexander Bommes spektakuläre Worte in den Mund legen. "Ich, Kevin De Bruyne, werde auf jeden Fall diese Saison beim VfL Wolfsburg spielen", sprach De Bruyne dem Conférencier wörtlich nach. Zuvor hatte er sich allerdings keineswegs auf einen Verbleib beim Pokalsieger festlegen wollen und auf eine entsprechende Frage eher ausweichend geantwortet: "Ich denke, ich bin jetzt in einer familiären Mannschaft. Das tut mit gut."

Ein seriöses Versprechen über den 31. August hinaus, dem Datum, an dem das Sommer-Transfer-Fenster sich schließt, hätte durchaus Nachrichtenwert gehabt. Zuvor hatte Trainer Dieter Hecking für den Rest-August noch prophezeit: "Das werden schwierige Tage für alle Beteiligten", und einen Satz hinzugefügt, der deutlich nach Abschied geklungen hatte: "Auch wenn unser gemeinsamer Weg nicht weitergehen sollte, wünsche ich ihm schon jetzt alles Gute." Hecking hatte am Montag aber auch gesagt, dass er "nach wie vor" davon ausgehe, dass De Bruyne am 1.

September noch in Wolfsburg spiele. Völlig klar bleibt weiter nur eines: dass De Bruyne bis zum 30. Juni 2019 in Wolfsburg vertraglich gebunden ist - und dass eine Reihe namhafter Fußballklubs ihn nur allzu gern verpflichten würden. Je nach Personallage sofort - oder in abseh- barer Zukunft. Zu den Klubs, die Letzteres im Sinn haben, zählt vermutlich auch der FC Bayern; zu den Klubs, die De Bruyne sofort wollen, laut dessen Management der französische Meister Paris St. Germain sowie der englische Premier-League-Klub Manchester City. Manchesters chilenischer Trainer Manuel Pellegrini gilt als totaler De-Bruyne-Narr.

Der VfL wiederum versicherte durch Manager Klaus Allofs, dass der deutsche Pokalsieger De Bruyne nicht ziehen lassen will. Allerdings fachte Allofs die Debatte um De Bruynes Zukunft selbst wieder an, als er sagte, dass er in Kürze mit einem offiziellen Angebot rechne: "Es wird ganz sicher etwas kommen. Das ist das, was wir in den letzten Wochen gehört haben." Liegt die Offerte auf dem Tisch, wird die Frage sein, ob sie stark genug ist, um Wolfsburg schwach werden zu lassen. Offizielle Offerten seien bislang jedenfalls nicht eingegangen, so Allofs: "Da muss wohl noch ein bisschen gesammelt werden."

Von Kennern der Szene in Manchester ist zu hören, dass ManCity für die "Operation De Bruyne" bis zu 70 Millionen Pfund reserviert hat (derzeit rund 98 Millionen Euro). Allerdings würde dies ein fantastisches Jahresgehalt von angeblich knapp 16 Millionen Euro brutto für De Bruyne, die Honorare für die Spielervermittler sowie die Ablöse für Wolfsburg beinhalten - grob überschlagen könnte diese bei 70 bis 75 Millionen Euro landen.

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