Schweinsteiger-Ersatz Gündogan:Gündogan weiß, dass er warten kann

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Gündogan meint das alles auch so, das Offensive und das Defensive, und er kann es sich auch leisten, das so zu meinen. Er weiß und akzeptiert, dass die DFB-Elf auf Schweinsteiger nicht verzichten kann, auf sein Kämpferherz ebenso wenig wie auf seine strategische Veranlagung, und am allerwenigsten auf seine Ausstrahlung und sein Image als Weltklassespieler, was Gegnern Respekt einflößt, auch wenn sie seinen Nachnamen nicht aussprechen können.

Aber Gündogan weiß auch, dass er warten kann. Er ist 22 und die DFB-Trainer halten ihn für noch besser, als er sich selbst. "Das Gefühl, dass ich hier anerkannt bin, kommt weniger von mir", sagt er, "dieses Gefühl gibt mir das Trainerteam." Joachim Löw hat am Montag ja fast die Frage nicht verstanden, als jemand wissen wollte, ob Gündogan am Dienstag den gelbgesperrten Schweinsteiger ersetzen werde. "Ilkay wird spielen, klar", sagte Löw. Und sein Blick sagte: Ja, wer denn sonst?

Im Moment ist Gündogan eine Art dritter Stammspieler auf der Doppelsechs. Er kommt gleich hinter Schweinsteiger und Khedira, er sei nicht nah dran an der Stammelf, sagt Löws Assistent Hansi Flick, sondern "sehr nah dran". Fürs Team ist das eine gute Nachricht, weil es bedeutet, dass nicht mehr Toni Kroos in die Defensivzentrale rückt, wenn Schweinsteiger oder Khedira passen müssen.

Kroos ist ein fabelhafter Fußballer, aber er ist kein Meister des Gleichgewichts. Gündogan dagegen hat seine defensiven Sinne geschärft, seit er in Dortmund spielt. "Beim BVB stehen wir viel höher als früher in Nürnberg, da kommt man häufiger in direkte Duelle.

Das hat mein Zweikampfverhalten geschult. Ich glaube, inzwischen ist es eine Stärke von mir, den Gegner so unter Druck zu setzen, dass er Fehler macht oder ich den Ball erobern kann", sagt er. Löw sieht Gündogan schon jetzt "auf internationalem Topniveau, und er hat alle Voraussetzungen, ein Weltklassespieler zu werden". Gündogan sitzt immer noch in der Lobby des DFB-Hotels, und jetzt zeigt er, dass ein guter Sechser auch schweigen kann. "Das ist für mich hier kein Thema", sagt er, angesprochen auf das angebliche Interesse des FC Barcelona.

Spanische Medien raunen, Barça habe sich Gündogan als Nachfolger für Xavi, 33, ausgeguckt, weil er ähnlich wie der beste Mittelfeldspieler der Welt diese kleinen Bewegungen draufhabe und weil er auch diese fließenden Pässe beherrsche, die das Spiel nicht mit Zeitverlust belästigen. "Eine Ehre" sei der Vergleich, sagt Gündogan, aber Xavi, puh, "das ist noch mal ein anderes Niveau".

Bis 2015 ist Gündogan an Dortmund gebunden, ohne Ausstiegsklausel, und es sieht im Moment nicht so aus, als würde er eine vermissen. "Wir haben beim BVB eine tolle Gruppe, die im Kern sicher so zusammenbleiben wird. Es gibt nicht die Riesengründe, aus dieser Nummer auszusteigen", sagt er. Er könne sich "durchaus vorstellen, über 2015 hinaus zu bleiben".

Für die Bundesliga wäre das eine gute Nachricht, sie bekäme noch häufiger das Duell Gündogan vs. Schweinsteiger zu sehen. Das letzte Duell, im Pokal-Viertelfinale, ging klar an den Münchner. Schweinsteiger machte ein großartiges Spiel, und einmal hat er Ilkay Gündogan umgegrätscht.

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