Schweden bezwingt Frankreich 2:0 Franzosen verpassen die Vitaminspritze

Bei Mitfavorit Frankreich macht sich ein nervöses Hüsteln breit: Das 0:2 im letzten Gruppenspiel gegen Schweden kann das Team um Franck Ribéry auf dem Weg ins Viertelfinale nicht mehr aufhalten - dort wartet jedoch Titelverteidiger Spanien.

Aus Kiew von Claudio Catuogno

Die Schweden haben das sehr gut gemacht, keine Frage. Wie sie sich im Kiewer Olympiastadion Spiel für Spiel diese optische Überlegenheit erarbeiten: Chapeau, sagt da der Franzose. Fast den gesamten Rund hatte dieses reiselustige Fußballvölkchen wieder gelb eingefärbt - an EM-Tickets zu kommen, war in der Ukraine deutlich einfacher als in Polen.

Umzingelt: Franck Ribéry (Mitte) zwischen den Schweden Sebastian Larsson (links) und Andreas Granqvist.

(Foto: dpa)

Selbst dort, wo am Dienstagabend das Grüppchen französischer Anhänger ebenso tapfer wie unhörbar in die Hände klatschte, hing noch das gelbe Kreuz auf blauem Grund an der Balustrade (übrigens unweit eines Banners mit der Aufschrift "Halle/S.", so eine Europameisterschaft ist eben voller Geheimnisse).

Aber hat es den Schweden etwas gebracht? Ausgeschieden waren sie schon, nun blieb die Rolle als Spielverderber. Es gibt Schöneres, aber immerhin war die Rolle wie gemacht für ihren Kapitän Zlatan Ibrahimovic, der tatsächlich die Parole ausgegeben hatte, nun "die Franzosen zu verhauen". Anfangs schien er das wörtlich zu nehmen. Doch nach einer Weile besann er sich auf eine fußballerische Form der Gewaltausübung.

Dank seines Seitfallziehers zum 1:0 (54.) wird Ibrahimovic als derjenige in Erinnerung bleiben, der die Franzosen in ein Viertelfinale gegen Spanien schickte, am Samstag steigt es in Donezk, und die Franzosen haben es auch nur deshalb erreicht, weil die Ukraine eben dort am Dienstag gegen England verlor. Sie selbst beschlossen die Vorrundengruppe D mit einem 0:2 gegen die Schweden.

Laurent Blanc hatte zwei Ziele ausgegeben vor der Partie: Erstmals seit 2006 wieder die K.o.-Runde eines Turniers zu erreichen. Und dabei möglichst als Gruppensieger, um der spanischen Grippe zu entgehen. Ziel zwei haben sie nicht erreicht - und nun macht sich allseits nervöses Hüsteln breit bei den Franzosen.

Bei den Schweden hatte Ibrahimovic den dritten Sturmpartner im dritten Spiel an seiner Seite, nach Markus Rosenberg (zu blass) und Johan Elmander (verletzt) besetzte Ola Toivonen die Planstelle ganz vorn. Toivonen war fit und motiviert, er lief bloß ständig ins Abseits, deshalb war er für Tore auch nicht recht zu gebrauchen.

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