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Rückspiele in der Europa-League-Qualifikation:Sevilla unterschätzt Hannover

Sie haben alles getan, damit das größte internationale Spiel der Vereinshistorie gegen den FC Sevilla einen guten Rahmen hat. Der Sponsor Tui hat eine Boeing 737-800 mit dem Vereinsemblem, der schwarzen "96" auf grünem Grund, bereitgestellt, mit welcher der 41-köpfige Tross von Hannover am Mittwoch in Richtung Sevilla abhob.

Europa-League-Qualifikation

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Darüber hinaus werden weitere fünf Maschinen mit Fans starten. Insgesamt werden 2000 Hannoveraner im Stadion Ramón Sanchez Pizjuán gegen 40.000 Andalusier akustisch ankämpfen.

Die Stadt kümmert sich daheim um Public Viewing. Und Trainer Mirko Slomka hat sich mit der Hitze im südlichen Teil Spaniens auseinandergesetzt. Er bestellte Eishandtücher, mit denen sich die Profis in der Pause kühlen können, und er ordnete salzhaltige Speisen an.

Slomka, mit Schalke schon mal in der Champions League knapp am FC Sevilla gescheitert, lebt seine Zuversicht trotz des knappen 2:1-Sieges im Hinspiel der Europa League vor. Elfmeterschießen wurde nicht trainiert, stattdessen sagt der Coach: "Wir machen zwei Tore - und gut ist!" Auch eine Rotation wird es kaum geben. "Wir regenerieren sehr schnell, das ist an den Blutwerten abzulesen", äußerte er.

Das bedeutet: Didier Ya Konan, der wichtigste Spieler der vergangenen Saison, sitzt wohl erneut auf der Bank. Nur der Einsatz von Kapitän Steven Cherundolo, ist wegen eines Blutergusses im Sprunggelenk noch ungewiss. Mit dem Co-Trainer und Analysten Nestor El Maestro hat Slomka Videoaufzeichnungen studiert. "Wir müssen früh attackieren, tiefe Anspiele auf die Stürmer Kanouté und Negredo verhindern", bemerkt er. Gelinge dies, könne man selbst ein paar effektive Gegenstöße setzen.

Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach denkt ähnlich: "Wir haben gezeigt, dass wir gegen große Gegner mithalten können." Übersteht Hannover das Spektakel in der hitzigen Stadiona Atmosphäre von Sevilla, ist der Klub mindestens bis zum Ende der Gruppenphase im Dezember im Wettbewerb.

Dass 96 trotz des guten Hinspiels noch immer unterschätzt wird, lässt sich an Sevillas neuem deutschen Profi Piotr Trochowski ablesen. Der sah sich am Wochenende im Fernsehen statt der Partie 96 gegen Hertha BSC lieber das Spiel seiner alten Vereine FC Bayern und Hamburger SV an.