Real Madrid Zidanes Einkaufstour dürfte teuer werden

Zinedine Zidane und Reals Spieler Isco - diese beiden könnten kommende Saison getrennte Wege gehen.

(Foto: REUTERS)
  • Der Transfermarkt gerät in Bewegung, weil Real Madrid eine große Einkaufstour plant.
  • Für Kylian Mbappé, der von Paris nach Spanien wechseln könnte, ist Real offenbar bereit, einige Spieler abzugeben - auch James, der gerade an den FC Bayern verliehen ist.
Von Jonas Beckenkamp

Zu den Gepflogenheiten bei Real Madrid zählt neben dem Anhäufen von Titelgewinnen auch das Anhäufen der allerbesten Fußballer des Planeten. Zu dieser Spezies gehörte früher auch Zinédine Zidane, dessen Pirouetten und Scharfsinn auf dem Platz bekanntliche die Ära der "Galaktischen" prägten. Seit kurzem ist Zidane zum zweiten Mal Trainer der Königlichen und somit für beides verantwortlich: Trophäen sammeln und fähiges Personal anheuern.

Das Problem ist, dass es mit den Titeln schwierig wird in dieser Saison: In der Champions League stellte im Achtelfinale Ajax Amsterdam mit seinen Tadics, de Jongs und de Ligts das fähigere Personal, in der Liga liegt Barcelona mit zwölf Punkten Vorsprung galaktisch weit vor Real und im Pokal gab es kürzlich das Aus im Halbfinale. Sollte nicht noch der Himmel auf die Erde krachen, wird es also eine titellose Saison für Madrid. Es darf insofern nicht überraschen, dass im Hintergrund bereits Planungen laufen, um so einen GAU im kommenden Jahr nicht noch einmal zu erleben.

Bundesliga Bleibt er oder geht er?
Bayern-Profi James Rodríguez

Bleibt er oder geht er?

Die Zukunft von James Rodríguez beim FC Bayern ist nach seinen drei Toren gegen Mainz weiter offen. Laut Präsident Hoeneß hängt alles vom Trainer ab.   Aus dem Stadion von Matthias Schmid

Um es kurz zu machen: Real geht also auf Einkaufstour - und die könnte ziemlich kostspielig werden.

Pogba, Hazard, Mané - Zidanes Liste ist angeblich lang

Zidane scheint nach seiner Rückkehr als Coach die Akquise seiner Lieblingsspieler sogar höchstpersönlich voranzutreiben. Sein erstes Ziel: Kylian Mbappé. Schon länger hält sich in der spanischen Hauptstadt in Grundwabern um den französischen Highspeed-Flitzer von Paris Saint-Germain, jetzt soll es zu konkreten Gesprächen zwischen Zidane, dem Mister, und dem 20-jährigen Weltmeister gegeben haben, wie das Real-Hausblatt Marca berichtet. Der Spieler selbst sei durchaus angetan vom Interesse des Königsklubs, er will offenbar das Gespräch mit seinem Vereinsboss Nasser Al-Khelaifi in Paris suchen, um den Transfer anzuschieben.

Internationaler Fußball Die Wertschätzung ist groß
Tuchel bei Paris Saint-Germain

Die Wertschätzung ist groß

Trotz des Scheiterns in der Champions League soll Thomas Tuchel seinen Vertrag bei PSG verlängern. Dabei gilt sein Verhältnis zum Sportdirektor als schwierig - wegen Mourinho.   Von Javier Cáceres

Über die Größenordnung eines solchen Geschäfts lässt sich nur spekulieren, aber ein paar hundert Millionen dürften es schon sein. Zur Erinnerung: Vor knapp zwei Jahren machte PSG Mbappé mit einer Ablöse von 180 Millionen Euro an Monaco zum zweitteuersten Fußballer der Welt. Und weniger wert ist Mbappe, der mit großem Vorsprung Frankeichs Torjägerliste anführt, seither nicht geworden. Zum Umfang eines Deals um den Angreifer könnten vielleicht auch Mittelfeldspieler Isco und Bayerns Leihspieler James Rodríguez zählen, die noch Real gehören, aber als Tauschmasse den Weg an die Seine finden könnten. Besonders James hat keine guten Erinnerungen an den Trainer Zidane: weil dieser ihn wenig spielen ließ, war er ja 2017 erst nach München geflüchtet.

Die gewöhnlich gut informierte TV-Sendung Chiringuito berichtete zuletzt, Zidane sei zudem auch an Paul Pogba (Manchester United), Eden Hazard (Chelsea) und Sadio Mané (FC Liverpool) interessiert. Alles große Namen, wie auch jener von Cristiano Ronaldo, dessen Tore man in Madrid schmerzlich vermisst. Seine Rückkehr aus Turin wäre aber ein solcher Gewaltakt, dass selbst Ronaldo-Freund Zidane abwinkt: "Das ist nicht das Thema hier." Viel Überzeugungsarbeit müsste der Coach Zidane für seine Lieblingstransfers bei Präsident Florentino Pérez aber wohl nicht leisten, denn er dürfte seine Rückkehr auf den Trainerposten eng an ein paar Einkaufsbedingungen geknüpft haben. Und Pérez selbst denkt bekanntlich ohnehin gerne in neuen, großen Namen, die den Trikotverkauf ankurbeln.