Neuer Trainer Was Wolfsburg mit Glasner plant

Oliver Glasner trainiert noch den Linzer ASK - bald geht es nach Wolfsburg.

(Foto: dpa)
  • Oliver Glasner wird ab nächster Saison Cheftrainer beim VfL Wolfsburg.
  • Momentan trainiert er noch den Linzer ASK - ziemlich erfolgreich auf dem zweiten Platz der Österreichischen Bundesliga.
  • Der ehemalige Innenverteidiger soll beim VfL wieder eine klare Taktik installieren.
Von Felix Haselsteiner

Knapp vier Jahre ist es her, dass der VfL Wolfsburg sich zuletzt für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren konnte. Ein gewisser Kevin De Bruyne war damals der Spielmacher, man wurde zum ersten Jäger des FC Bayern, Trainer Dieter Hecking wurde nach seinem Pokalsieg eine Kappe geschenkt, auf ihr stand in großen Lettern "K-I-N-G".

Man konnte das als Anspielung auf die zweite Silbe seines Nachnamens verstehen, aber auch als Ausdruck der Glückseligkeit, die damals bei den Niedersachsen herrschte. Seit dieser doch schon lang vergangenen Zeit hat der VfL Wolfsburg viermal den Trainer und dreimal den sportlichen Leiter ausgewechselt, ist zweimal nur durch die Relegation knapp dem Abstieg entgangen und scheint aktuell erst einmal wieder ganz froh zu sein, im Mittelfeld der Tabelle zu stehen. Der aktuelle Trainer Bruno Labbadia hat den VfL sportlich konsolidiert - Kappen werden sie ihm in Wolfsburg trotzdem nicht anfertigen, auch weil er den Verein am Saisonende aufgrund von Unstimmigkeiten mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke verlassen wird.

Seit Langem schon fehlt dem VfL eine klare Spielidee

Beim VfL war man also auf der Suche nach einem neuen Trainer, idealerweise einem, der der Mannschaft eine lange Zeit vermisste, klare Spielidee vermittelt. Nun hat man einen solchen gefunden: Oliver Glasner, 44, wird zur kommenden Saison die Wolfsburger übernehmen. "Wir haben uns mit Oliver Glasner bereits länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt", wurde Schmadtke amn diesem Dienstag in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Bereits am Wochenende hatte vieles auf eine Einigung mit Glasner hingedeutet, allein die Bestätigung fehlte noch. Die "beeindruckende Arbeit", die der Österreicher mit dem Linzer ASK in den vergangenen Jahren geleistet hatte, krönte er in der laufenden Spielzeit mit einer Leistung, die dem LASK in Österreich die wenigsten zugetraut hätten: Er hat dem übermächtigen Primus aus Salzburg Konkurrenz gemacht, zumindest annähernd. Neun Punkte Abstand sind es derzeit, das dürfte jedoch reichen, um zumindest in Europa mitzuspielen - für den LASK wäre allein das ein historischer Erfolg.

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Für Glasner stand dennoch fest, dass er die Gelegenheiten für einen Wechsel in die deutsche Bundesliga wahrnehmen würde, er kommunizierte das immer wieder offen. "Der Wechsel in die deutsche Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle", sagte er nun. Glasner konnte sich in den letzten Jahren in Österreich einen Namen als strukturierter, taktisch durchdachter Arbeiter machen.

Ziemlich genau zur selben Zeit, als man sich in Wolfsburg mit dem DFB-Pokal feiern ließ, entschied sich Glasner zu einem Rückschritt in seiner Karriere. Als Co-Trainer von Roger Schmidt in Salzburg hatte der ehemalige Innenverteidiger zwischen 2012 und 2014 erste Erfahrungen gesammelt, war dann als Cheftrainer zum Erstligisten SV Ried gewechselt - und beschloss 2015, diesen zu verlassen, um beim historisch als Chaosverein betitelten LASK in der zweiten Liga anzufangen.

Zwei Jahre brauchte Glasner, dann gelang der Aufstieg 2017. Und weil die großen Traditionsvereine der ersten Liga, allen voran Rapid und Austria Wien, in den vergangenen zwei Jahren schwächelten, stieß Glasners LASK in die Lücke hinter Salzburg - mit wesentlich geringerem Budget, dafür mit einer modernen taktischen Formation und einer klaren, offensiven Spielidee. Genau danach sehnt man sich auch in Wolfsburg.

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