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Nachwuchshoffnung Marc Stendera:Mini-Götze aus Frankfurt

Germany v Ukraine - UEFA Under19 European Championship

Marc Stendera bei der EM der U19: Gegen Portugal soll am Donnerstag der Titel her.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Kurze Wackler, gestreichelte Bälle, nur 1,71 Meter groß: Marc Stendera verknotet bei der U19-EM reihenweise europäischen Nachwuchskickern die Beine. Auch bei Eintracht Frankfurt haben sie große Pläne mit dem 18-jährigen Mittelfeld-Talent.

Von Jonas Beckenkamp

Jetzt ist also auch Nelson Valdez wieder in der Bundesliga. Manche werden sich erinnern: Der paraguayische Wuschelkopf war bei Werder Bremen und Borussia Dortmund vor einigen Jahren meistens derjenige, der besonders viel rannte und leider auch besonders selten ins Tor traf. Aber das machte nichts. "Haedo" Valdez mochten trotzdem immer alle. Vor allem Thomas Schaaf kam bei Werder bestens mit ihm aus. Er holte den jungen Südamerikaner damals von den Amateuren zu den Profis - jetzt trifft man sich erneut in Frankfurt.

"Er ist ein Trainer, der mich schon kennt und immer das Beste aus mir herausgeholt hat. Der Kontakt ist immer geblieben", sagte Valdez gleich nach seiner Ankunft aus Piräus. Bis vor kurzem herrschte bei der Eintracht noch ein ziemliches Kader-Kuddelmuddel, jetzt nimmt die Mannschaft Form an. Neben Valdez stießen der Japaner Makoto Hasebe, der Brasilianer Lucas Piazon, der Serbe Aleksandar Ignjovski, der Amerikaner Timothy Chandler dazu - und wenn man es genau nimmt, bekommen die Hessen auch noch den 18-jährigen Deutschen Marc Stendera ins Team gespült.

"Er ist fast ein Zugang, das stimmt", sagt Sportdirektor Bruno Hübner im Gespräch mit der SZ, "zumal unser neuer Trainer ihn ja noch nicht so intensiv kennen gelernt hat." Schaaf und der junge Hochbegabte, diese Partnerschaft sollte im Idealfall ähnlich verlaufen wie die Ziehvater-Geschichte zwischen Schaaf und Valdez in Bremen. Lange vor Schaafs Ankunft im Riederwald hatte Stendera nach einem Kreuzbandriss im Juli 2013 pausieren müssen. Eine quälend lange Zeit, ehe er zum Ende der vergangenen Saison zumindest wieder ein paar Minuten mitspielen konnte.

Vor seiner Verletzung hatte die Liga gerade die Ohren gespitzt und sich diesn kleinen Wuselmann näher angesehen. Bei seinem Debüt gegen die Bayern zählten die Statistiker schon ganz genau nach: Zu diesem Zeitpunkt war Stendera 17 Jahre, drei Monate und 27 Tage alt. In der Liste der jüngsten Bundesliga-Profis langte das immerhin für Platz fünf, zum Autofahren hätte es nicht gereicht.

"Eigentlich wollten wir ihn schon früher zu den Profis holen", meint Hübner, "aber er sollte erst die Schule zu Ende machen, was auch sinnvoll war. Dann haben wir ihn entsprechend der Verfügbarkeit dazu geholt, mit einem Vertrag versehen und jetzt frühzeitig wieder verlängert, weil wir in ihm ein sehr großes Talent sehen." In Frankfurt gab es zuletzt einige fußballerische Versprechen, die sich als gestandene Bundesliga-Akteure etablieren konnten: Sebastian Jung und Sebastian Rode wurden sogar so gut, dass ihnen die Eintracht zu klein erschien - Jung zog es nach Wolfsburg auf die europäische Bühne, Rode ins Pep-Land nach München.

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