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Möglicher Trainer in München:Eine Entscheidung naht

Die Bayern befanden sich bisher in der vermeintlichen komfortablen Lage, in Heynckes, 67, einen Trainer zu haben, der vor der Saison zwar von seiner baldigen Heimkehr auf seinen niederrheinischen Bauernhof sprach - der aber inzwischen, angesichts der positiven sportlichen Entwicklung beim Tabellenführer, eine Vertragsverlängerung nicht mehr für abwegig hielte, böte man sie ihm denn an.

Die Bayern mögen gern ohne Trainerdebatte in die Rückserie starten wollen. Doch sofern sie mit Guardiola einig wären, müssten sie es Heynckes jetzt rasch sagen und sich auch offiziell erklären, um den Betrieb vor der steigenden Unruhe zu schützen. Zumal nach SZ-Informationen der innerste Zirkel um Strippenzieher Hoeneß, 61, die Personalentscheidung nun getroffen hat - und dieses Votum engsten Vertrauten in den vergangenen Tagen bereits mitgeteilt wurde. Demnach muss sich Guardiola inzwischen entschieden und erklärt haben - wem auch immer er nun zusagte.

Guardiolas direktes Umfeld wies allerdings auf Anfrage zurück, dass mit dem FC Bayern alles fix sei. Vor einer Woche, bei der Kür der Weltfußballer in Zürich, hatte Guardiola ausweichend auf Fragen zum deutschen Bewerber reagiert: "Es wäre respektlos, wenn ich zu einem Verein, der aktuell einen Trainer beschäftigt, konkret etwas sagen würde", sagte er da.

Hätte er sich zumindest tendenziell für die Bayern entschieden, wäre dies eine späte Genugtuung für den im Sommer entlassenen Sportchef Christian Nerlinger. Guardiola war seine Idee, er traf ihn und auch dessen verhandlungsberechtigen Bruder Pere. Guardiola wiederum würde den von ihm geschätzten, gewachsenen Strukturen in München den Vorzug vor dem möglichen Maximalgehalt geben. Chelsea etwa hat seine Offerte des Sommers zuletzt von 18,5 auf angeblich 22 Millionen Euro per annum für einen Dreijahresvertrag erhöht.

Auch Paris, das nun zu José Mourinho (Real Madrid) tendieren soll, und ManCity - das vorauseilend zwei frühere Guardiola-Vertraute aus seiner Barça-Zeit eingestellt hatte - sind für ein solches Hasardeurtum bekannt. Die Bayern, heißt es, hätten sich für einen finanziellen Kraftakt die Unterstützung eines strategischen Partners (Adidas) gesichert. Sie wollen Guardiola.

© SZ vom 16.01.2013/jbe
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