Mats Hummels Gibt es die Rückkehr zum BVB?

Mats Hummels bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.

(Foto: dpa)
  • Vielleicht spielt Mats Hummels kommende Saison nicht mehr in München - sondern in Dortmund.
  • Laut Medienberichten steht der Innenverteidiger wohl vor einer Rückkehr zum BVB.
  • Seine Entscheidung wird wohl auch an eine Stammplatzgarantie gebunden sein.
Von Sebastian Fischer

Es ist rund drei Jahre her, dass Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf einer Bühne in Berlin stand und Mats Hummels verabschiedete. Dortmund hatte gerade das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern verloren, zu dem der Verteidiger danach wechseln sollte, nach achteinhalb Jahren in Dortmund. "Ich kann dir eins sagen", sprach Watzke zum Schluss seiner Rede: "Du bist beim BVB immer extrem willkommen."

Borussia Dortmund hat danach drei bewegte Jahre erlebt, die sportlich auch zu einem nicht unerheblichen Teil davon geprägt waren, einen Nachfolger für Hummels zu finden: einen erfahrenen Organisator der eigenen Abwehr, eine Führungspersönlichkeit und einen Spieler, der Angriffe mit klugen Pässen zu eröffnen weiß. Nun, drei Jahre später, scheint der BVB diesen Nachfolger offenbar gefunden zu haben: Es ist Mats Hummels. Wie Sport Bild und Bild am Samstag berichteten, hat Dortmund die Intention, den inzwischen 30-Jährigen zurückzuholen. Es habe bereits "konkrete Gespräche" gegeben. Und der FC Bayern ist offenbar bereit, Hummels abzugeben. Trainer Niko Kovac soll seine Zustimmung zu dem Transfer gegeben haben.

Aus Sicht des BVB wäre der Transfer nach der Analyse der vergangenen Rückrunde durchaus schlüssig. Es schien in der entscheidenden Saisonphase, als der zwischenzeitlich neun Punkte große Vorsprung auf den FC Bayern verloren ging und Dortmund die Tabellenführung schließlich verspielte, ein erfahrener Spieler zu fehlen. Dem Schweizer Innenverteidiger Manuel Akanji, 23, wurde zwar als erstem Innenverteidiger nach Hummels zugetraut, ihn fußballerisch zu ersetzen. Zugänge wie Ömer Toprak oder Marc Bartra waren zuvor an diesem Anspruch gescheitert. Doch an Erfahrung mangelte es auch Akanji. Beim wohl vorentscheidenden 0:5 der Dortmunder in München zeigte er Schwächen.

Fußball-EM Marco Reus reißt alle mit
Zukunft der DFB-Elf

Marco Reus reißt alle mit

Spielfreude und Kreativität sind in die DFB-Elf zurückgekehrt - das liegt zu großen Teil am Dortmunder. Seine großartige Form ist auch ein Problem für Timo Werner.   Von Lisa Sonnabend

Nun hat natürlich auch Hummels ein paar Schwächen, er ist zum Beispiel in den vergangenen drei Jahren nicht schneller geworden. Er ist ein Fußballer, der hohe Ansprüche an seine Mitspieler und seinen Trainer stellt, und zu diesen Ansprüchen gehört es auch, seine, also Hummels' Fähigkeiten eher selten infrage zu stellen. Er ist seit März dieses Jahres kein Nationalspieler mehr, weil Bundestrainer Joachim Löw der nächsten Generation deutscher Abwehrspieler vertrauen will. Doch offenbar ist der BVB bereit, darüber hinwegzusehen. Auch der TV-Sender Sky und die Deutsche Presse-Agentur berichteten über aus dem Umfeld des FC Bayern bestätigte, entsprechende Überlegungen. Bislang hat Dortmund für die kommende Saison ausschließlich jüngere Spieler verpflichtet, die Nationalspieler Julian Brandt von Bayer Leverkusen und Nico Schulz von der TSG Hoffenheim sowie Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc wollte die Gerüchte laut dpa am Samstag nicht kommentieren.

Der Stammplatz als Bedingung

Beim FC Bayern wird die Abwehr in der kommenden Saison ebenfalls anders aussehen, die Zugänge der jeweils 23 Jahre alten französischen Nationalspieler Lucas Hernandez von Atlético Madrid und Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart stehen lange fest. Ähnlich wie in der Nationalelf ist längst Niklas Süle, ebenfalls 23, zum wichtigsten Münchner Innenverteidiger auserkoren worden. Allerdings galt es bislang als wahrscheinlich, dass nur einer der beiden bisherigen Innenverteidiger neben Süle, also Hummels oder Jerome Boateng, den Verein verlassen wird. Präsident Uli Hoeneß hatte Boateng, 30, öffentlich nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Und mit einem Wechsel von Hummels zum BVB würde man außerdem den ärgsten Konkurrenten stärken. Laut Bild und Sport-Bild ist der deutsche Meister aber bereit, Hummels, dessen Vertrag noch bis 2021 gültig ist, für 15 bis 20 Millionen Euro zu verkaufen.

Bleibt noch die Perspektive von Hummels selbst. In einem Interview mit dem Kicker hat er jüngst einen Stammplatz zur Bedingung gemacht, in München zu bleiben. "Wenn der Verein sagt, er baut voll und ganz auf mich, ist alles in Ordnung", sagte er. In der Rückrunde spielte er stark, die Aufholjagd der Münchner war auch sein Verdienst. Trotzdem wäre ihm ein Stammplatz bei den Bayern nicht sicher - beim BVB, wo im vergangenen Jahr neben Akanji die ebenfalls jungen Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou verteidigten, wohl schon. Schon im Dezember, heißt es, habe er sich mit seinen Vorgesetzten beim FC Bayern über seine Perspektiven unterhalten. Er macht sich schon länger Gedanken über seine Zukunft, und das wissen sie im Verein.

Auf der Bühne in Berlin vor drei Jahren sprach Hummels auch über seine Beweggründe, in seine Heimatstadt München zurückzukehren: Er würde endlich mal die Geburtstagsfeier seines kleinen Bruders Jonas im August miterleben. In München hat er seinen Freundeskreis, hier ist er Vater geworden. Am Freitag, das konnte man in den sozialen Medien verfolgen, spielte er im Sommerurlaub Tennis. Doch er wird im Urlaub auch über seinen Job nachdenken - und wo er ihm in ein paar Wochen nachgehen möchte.

DFB-Pokal Boateng hat ausgetanzt

FC Bayern

Boateng hat ausgetanzt

Die Bayern feiern das Double und Jérôme Boateng wirkt reichlich unbeteiligt. Das Verhalten des Ersatzmannes in Berlin lässt darauf schließen, dass seine Bayern-Zeit vorbei ist.   Von Benedikt Warmbrunn