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Leverkusener Messi-Fans:Schlange stehen für Lionels Leiberl

Die Bayer-Profis Michal Kadlec und Manuel Friedrich taten alles, um das Hemd ihres Helden vom FC Barcelona zu erhaschen - jetzt müssen sie ihre erbettelten Messi-Trikots wieder rausrücken, weil Sportdirektor Rudi Völler keinen Spaß versteht und sie bestrafen will: Er glaubt, sie hätten aus lauter Ehrfurcht nicht gescheit gespielt. Na so was!

Die erste Frage ist schon mal: Wie sag ich's ihm? Man kann schlecht zu ihm hingehen und sagen, gib's bitte mir, einfach so. Dann steht man vor ihm, dann versteht er einen nicht, man wird rot und kriegt keinen Ton raus, und dann sagt er bestimmt nein. Die nächste Frage ist: Wo? Auf dem Platz wär' blöd, weil da sind immer so viele Leute. Und dann: Wann? Es gibt ja immer vier Verteidiger, die anderen drei wollen auch eins, also muss man schnell sein.

Champions League - Bayer Leverkusen - FC Barcelona

Hier freut sich Michal Kadlec (re.) noch über Messis Hemd. Rudi Völler nahm ihm das Geschenk jedoch wieder ab.

(Foto: dpa)

Gut, der Lionel Messi vom FC Barcelona ist ein Gegner, den man besiegen sollte, sagt der Trainer. Dabei hat man eh keine Chance. Messi ist der Beste von allen auf der Welt, und in den 90 Minuten, in denen man verliert, überlegt man sich, wie man sein Trikot kriegt. Der Jack Wilshere vom FC Arsenal hatte vor einem Jahr all seinen Mut zusammengenommen und sich doch nicht getraut, aber weil er unbedingt eins wollte, hat er sich lieber zum Deppen gemacht.

Hat den Cesc Fabregas, der Spanisch kann, vorgeschickt, und der brachte ihm tatsächlich Messis Trikot, und da war es dem Jack auch schon Wurst, dass der Cesc nachher gelästert hat, der Jack sei ein Angsthase. "Nächstes Mal", hat er gesagt, "soll er selber hingehen."

Hochgekocht ist das mit Messis Hemd jetzt, weil mal wieder zwei gleichzeitig eins wollten: der Michal Kadlec und der Manuel Friedrich von Leverkusen; weil sie, wie letztes Jahr der Milan Petrzela und der Vaclav Pilar vom FC Pilsen, den Messi nämlich schon in der Pause angehauen und sich dann gestritten haben und Messi am Ende jedem eins gegeben hat. Und jetzt müssen sie ihre Trikots wieder rausrücken, weil Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler keinen Spaß versteht und sie bestrafen will: Er glaubt, sie hätten wegen des Trikots nicht gescheit gespielt.

Gleich zwei Trikots abgestaubt - das wirkt halt doof, genauso wie die Ankündigung vom Michal, Messis Hemd zu Hause in einer Vitrine zu drapieren, zusammen mit Zeitungsausschnitten von sich und vom Messi. "Ein Tick zu viel des Guten ist das", soll der Völler gesagt haben, dabei hat er keine Ahnung: Als der gespielt hat, da haben die Fußballer noch alles so wahnsinnig ernst genommen.

Jetzt hat der Völler erklärt, er wolle mit dem Michal und dem Manuel ein ernstes Wörtchen reden, wahrscheinlich geht es dann wieder um so Sachen wie ums Prinzip, ums Image, um die Sponsoren, um die Moral und um den Sieg. Dabei wollen das doch eh alle. Aber auch Messis Trikot.