Paris Saint-Germain:Der Posterboy will weg

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Paris Saint-Germain: Augen zu und weg: Kylian Mbappé ist unzufrieden bei PSG. Geld alleine macht eben nicht glücklich.

Augen zu und weg: Kylian Mbappé ist unzufrieden bei PSG. Geld alleine macht eben nicht glücklich.

(Foto: Franck Fife/AFP)

Kylian Mbappé hat nur wenige Monate nach seiner üppig dotierten Vertragsverlängerung angeblich genug von PSG. Das mag man unanständig finden, doch der 23-Jährige hat offenbar seine Gründe.

Kommentar von Stefan Galler

Soso, Kylian Mbappé will Paris Saint-Germain laut Medienberichten also verlassen, bereits im Januar. Und das, nachdem der 23 Jahre alte Weltmeister von 2018 erst Ende Mai mit großem Getöse seinen Vertrag beim Katar-Klub um drei Jahre verlängert hatte - zu unerhörten Konditionen: Kolportiert wurde ein Gesamtgehaltsvolumen von 251 Millionen Euro plus 125 Millionen Einmalzahlung. "Unmoralisch", tönten nicht nur Fußball-Puristen, sondern auch die Verantwortlichen von Real Madrid, denn die hätten Mbappé gerne selbst fürstlich entlohnt und hatten ein Gegenangebot unterbreitet.

Wie immer in solch brisanten Angelegenheiten hagelte es auch hier Dementis: PSG-Sportdirektor Luis Campos betonte noch vor dem Heimspiel in der Champions League gegen Benfica Lissabon am Dienstag (1:1), dass Mbappé gewiss nicht um einen Wechsel gebeten habe, bei ihm jedenfalls nicht, und auch nicht bei Präsident Nasser Al-Khelaifi. Auch Trainer Christophe Galtier spielte die Sache herunter: "Aus einem Gerücht wurde eine Information gemacht und daraus so etwas wie eine Aussage." Der Spieler selbst hat sich bislang nicht öffentlich geäußert - zumindest nicht konkret zu einem möglichen Wechselwunsch.

Sehr wohl aber hat Mbappé Unzufriedenheit über seine Situation beim französischen Hauptstadtklub bekundet, etwa als er betonte, in der Équipe tricolore viel mehr Freiheiten zu genießen als im Verein. In Tweets beschwerte er sich über seine ungeliebte Rolle als zentraler Stürmer. Auf dem Platz brach er schon mal seine Teilnahme an einem Angriff kurzerhand ab, als er den Ball nicht direkt zugespielt bekam. Die Körpersprache ließ tief blicken.

Kein Stürmer, der auf Mbappés Wunschliste vermerkt gewesen sein soll, kam zu PSG

Es wird gemunkelt, dass Mbappé die Transferpolitik seiner Vorgesetzten im Sommer als "Verrat" ansieht. PSG scheiterte nicht nur beim Versuch, Alternativen für Abwehr (Milan Shkriniar/Inter Mailand) und Mittelfeld (Bernardo Silva/Manchester City) zu verpflichten, sondern vor allem daran, einen echten Neuner als Nebenmann für Mbappé zu finden, der viel lieber vom Flügel aus angreift. Dabei sollen dem Topstürmer bei seiner Vertragsverlängerung umfangreiche Mitbestimmungsrechte beim Personal zugebilligt worden sein. Mbappé, hieß es, habe gleich mal eine Wunschliste vorgelegt, auf der die Namen Lewandowski, Rashford, Dembélé und Scamacca vermerkt gewesen sein sollen - keiner dieser Stürmer kam nach Paris. Stattdessen sah sich der neue Posterboy des Weltfußballs mit den wieder erstarkten Klubkollegen Neymar und Messi konfrontiert, die ihm in den ersten Saisonspielen so manches Mal die Show stahlen.

Auch wenn Mbappés Vertragsverlängerung vor allem wegen der bevorstehenden WM für die katarischen PSG-Investoren hohe Priorität hatte, werden diese auch einem Verkauf unmittelbar nach dem Winterturnier kaum zustimmen. Anders könnte es im kommenden Sommer aussehen, weil der Kontrakt nur per Option des Spielers bis 2025 ausgedehnt werden kann - und Mbappé damit im Sommer 2023 bereits vor seinem letzten Vertragsjahr stünde.

Alleine die Gerüchte dürften das Image des Ausnahmetalents schon böse ramponieren. Dass ihm sein Ruf noch nicht ganz egal zu sein scheint, demonstrierte Mbappé dann am Mittwoch: Da reiste er extra nach Nîmes, um an einer Veranstaltung seines Vereins Inspired by KM für 3000 Jugendliche teilzunehmen.

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