Hopp zu Lautsprecher-Attacke auf Fans BVB-Chef Watzke räumt Mitschuld ein

Der Klub-Angestellte, der nach eigenen Angaben eigenmächtig die Lautsprecher-Aktion durchgeführt hat, könnte demnach nicht unerheblichen Ärger bekommen. Denn der Klub gab bereits zu, dass die Anlage schon in drei Heimspielen der vergangenen Saison im Einsatz gewesen war. Offenbar wollte der Angestellte verhindern, dass Dietmar Hopp ständig von gegnerischen Fans wüst beschimpft wird.

Elf des Bundesliga-Spieltages

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Der Hoffenheim-Mäzen sprang ihm nun bei: In einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung sagte Hopp: "Keine Frage, er hat der TSG 1899 Hoffenheim einen Bärendienst erwiesen. Aber wenn er seinen Arbeitsplatz verliert, wäre ich todunglücklich." Außerdem griff er die pöbelnden Anhänger an: "Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als "Sohn einer Hure" beschimpft zu werden. Das Schlimme ist, man fühlt sich total hilflos. Ohnmächtig. Wahrscheinlich wäre es das Klügste, diese schlimmen Beleidigungen zu ignorieren. Aber ich bin auch nur ein Mensch. Wer meine Mutter kannte, weiß: Sie war eine herzensgute Frau. Es tut weh, so beleidigt zu werden."

Er sei offenbar "Sinnbild der Kommerzialisierung des Fußballs" geworden, obwohl er nicht der Erfinder dieser Entwicklung sei. Doch Aufhören wolle er wegen seiner Feinde im Stadion nicht: "Diesen Gefallen werde ich meinen Gegnern nicht machen. Für mich ist Hoffenheim kein Spielzeug, an dem man irgendwann die Lust verliert, sondern eine Herzensangelegenheit." Es könne allerdings sein, dass er nicht mehr jedes Heimspiel im Stadion besuchen werde.

Unterdessen räumt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine Mitschuld an der Eskalation in der Dortmunder Fankurve ein. Er hatte den Milliardär und Klubmäzen 2009 verbal attackiert. "Du hast immer 100 bis 200 völlig Verstörte, die man nicht eingefangen kriegt. Ich kann mir heute vorstellen, dass meine damaligen Worte sicher einige verrückte Menschen zusätzlich beflügelt haben, Herrn Hopp kritisch zu sehen", sagte Watzke in der Sport Bild. Er sei damals mit der einen oder anderen Aussage vielleicht über das Ziel hinaus geschossen. Watzke: "Dafür entschuldige ich mich."