American Football:Der beste 45-Jährige aller Zeiten

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American Football: "Ich bin jetzt 45 Jahre alt, da passiert einem eine Menge Mist!": Tom Brady will es tatsächlich noch mal wissen bei den Tampa Bay Buccaneers.

"Ich bin jetzt 45 Jahre alt, da passiert einem eine Menge Mist!": Tom Brady will es tatsächlich noch mal wissen bei den Tampa Bay Buccaneers.

(Foto: Chris O'Meara/AP)

Tom Brady will es noch einmal wissen in der National Football League, mit 45 Jahren. Eine gute Idee? Mit dem Altern im Spitzensportgewerbe ist es ja so eine Sache.

Glosse von Johannes Knuth

Am kommenden Wochenende beginnt wieder die National Football League (NFL), und auch der Quarterback Tom Brady, 45, ist wieder mit von der Partie. Brady hatte seine Karriere nach der vergangenen Saison bereits beendet, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, nach zwei Monaten dann festgestellt, dass sein Platz noch immer "auf dem Feld" sei: bei den Tampa Bay Buccaneers, mit denen er 2021 seinen siebten und bislang letzten Super Bowl gewann.

Das wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie sieht dieser Platz auf dem Feld aus? Steht Brady an der Seitenlinie, als Trainer im schlabbrigen Pullover-Look, wie sein langjähriger Mentor Bill Belichick? Strebt er eine Karriere als Cheerleader an? Pumpt er die Spielgeräte auf (oder lässt Luft aus diesen entweichen)? Spielt er gar wieder Football? Kaum vorstellbar, dass sich jemand mit 45 Jahren freiwillig von 150 Kilogramm schweren Männern in den Rasen knüppeln lässt. Sollte Brady wirklich als Quarterback weitermachen, würde das auch ein Licht auf die prekäre Situation von einstigen Spitzenfootballern werfen, die offenkundig so schlecht verdient haben, dass sie nach der Karriere einem Zweitjob als Footballer nachgehen müssen.

Während der Vorbereitung wiesen diverse Indizien darauf hin, dass Brady es tatsächlich noch einmal wissen will. Er betrat ein Spielfeld, warf einen Football durch die Gegend. Andererseits bestach er dadurch, dass er sein Team für ein paar Tage verließ und amerikanische Medien herzhaft laut darüber sinnierten, was der Grund dafür sein könnte. Häusliche Pflichten? Ehekrise? "Privatsache", entgegnete Brady, als er wieder im Trainingscamp weilte: "Ich bin jetzt 45 Jahre alt, da passiert einem eine Menge Mist!"

Das führt zwangsläufig zur wichtigsten Frage: Was passiert erst, wenn ein 45-Jähriger auf einmal doch keine Erfüllung mehr darin findet, sich von 150 Kilogramm schweren Kolossen in den Rasen knüppeln zu lassen? Experten befürchten bereits, dass Brady weitere harte Monate der Auszeit bevorstehen könnten, fernab jeglicher Höhen und Tiefen des Spitzensports. Aber gemach: Brady wird sicher auch darin Erfüllung finden. Er müsste sich bloß darauf konzentrieren, der beste 45-Jährige zu werden, den es gibt, von Tampa Bay bis New England!

Wetten, dass niemand so viele neue Hobbys mit der Ehefrau entdecken, so vital mit dem E-Bike die Küste Floridas entlang- und der Midlife-Crisis davonrasen kann? Natürlich gäbe es dann einige vielversprechende 43- und 44-Jährige, die nachdrängen, aber was können die schon ausrichten gegen einen Mann, der seit einem Monat 45 ist? Nicht mehr lange, dann werden die Debatten darüber toben, ob Brady schon jetzt als bester 45-jähriger Sport-Ruheständler aller Zeiten gilt - oder ob ihm noch Gefahr droht durch Peyton Manning, Serena Williams oder Max Eberl.

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