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Fußball-WM:"Ich bin froh, dass er Franzose ist", sagt Deschamps

Ausgerechnet Messi, der bis zu diesem Zeitpunkt, eigentlich nicht stattfand. "Wir haben schon die Pässe zu ihm verhindert", sagte Deschamps zur ersten Halbzeit. "Aber man kann ihn nicht völlig ausschalten." Frankreich war aber nah dran, Messi blieb nahezu wirkungslos über das ganze Spiel. Doch noch erstaunlicher war, wie die junge Mannschaft auf den Rückstand reagierte, der nur neun Minuten lang währte. Frankreich schaltete um auf Angriffs- und Ballbesitzfußball. Pogba ging voran - die Argentinier schafften es nicht, die französischen Konter zu unterbinden und die französische Ballzirkulation aufzuhalten.

Einer, der neben Mbappé glänzte, war Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart, in der Bundesliga Innenverteidiger, im Nationalteam rechts in der Viererkette. Auch das kann der 22-Jährige ziemlich gut, schon in der ersten Halbzeit brachte er zwei gefährliche Flanken auf Giroud, 57 Prozent aller französischen Angriffe liefen über seine rechte Seite. Vor seinem Tor zum 2:2 schnitt er den Ball wie ein Tennisspieler beim Aufschlag, dieser drehte sich um sich selbst wie ein Planet auf der Umlaufbahn und sauste mit der Wucht eines Himmelskörpers ins Netz. Als die französischen Fans am Flughafen von Kasan in die Flieger nach Moskau stiegen, sah man Menschen im Pavard-Trikot. Falls der VfB Stuttgart dieses Talent nicht halten können wird - das Schmerzensgeld dürfte hoch sein.

Nach Pavards Ausgleich erledigte Mbappé den Rest. "Ich bin froh, dass er Franzose ist. Er hat all sein Talent in so einem wichtigen Spiel gezeigt, aber er hat noch Raum für Verbesserung", sagte Deschamps. Wo dieser Raum für Verbesserung liegt, ist allerdings schwer vorstellbar. Beim 3:2 reagierte er wie in jeder Situation schneller als die argentinische Abwehr, beim 4:2 lief er wieder auf seiner rechten Seite durch.

Als Deschamps nach den möglichen Viertelfinalgegnern gefragt wurde, sagte er dem Journalisten: "Können Sie das nicht morgen fragen? Wir haben gerade Argentinien besiegt." Der Weltmeister-Kapitän von 1998 ist in der Heimat nicht unumstritten. Die Kritik an den schwachen Gruppenspielen hat ihn offensichtlich getroffen - er wollte wenigstens ein paar Stunden lang seinen größten Sieg seit dem EM-Halbfinale 2016 genießen.

© SZ vom 01.07.2018/chge
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