bedeckt München
vgwortpixel

Fußball: Hoffnung für 1860 München:Erste Papiere aus Abu Dhabi

Die angestrebte Rettung des TSV 1860 München über die Banken ist unsicher. Nach SZ-Informationen steht dafür aber ein Geschäftsmann aus Abu Dhabi kurz vor dem Einstieg.

Am Donnerstag haben die Trainingsgäste der Münchner Löwen ganz genau hingeschaut, welche Limousinen vorfuhren. Sitzt hinter einer verdunkelten Scheibe vielleicht tatsächlich ein Scheich? Dummerweise begegneten ihnen dann doch nur die etablierten Großkopferten aus den Klubgremien, die am finanziellen Desaster des TSV 1860 wegen ihres Versagens als Kontrolleure nicht ganz unschuldig sind. Auch diese Herren können die Ankunft jenes geheimnisvollen Investors nun kaum erwarten, mit dem der Fußball-Zweitligist seit einer Woche Kontakt hat.

1860

Rettung vom Scheich? Jedenfalls neue Hoffnung für die Löwen-Fans auf Zweitligafußball.

(Foto: imago sportfotodienst)

Denn mit dem Mann aus Abu Dhabi verbinden die Sechziger eine ihrer beiden letzten Hoffnungen, die Insolvenz abwenden zu können. Die andere Lösung sind die Banken, die zehn Millionen Euro Kredit gewähren sollen, was sich aber als immer schwieriger erweist. Die bislang federführende Privatbank hat sich soeben zurückgezogen, eine andere könnte dafür hinzustoßen. Zusagen von Banken liegen aber nicht vor. Dafür gestalten sich die Verhandlungen mit dem möglichen Investor vom Persischen Golf nach Informationen der Süddeutschen Zeitung recht aussichtsreich.

Aus Bankenkreisen ist inzwischen sogar zu hören, dass der Mann sein Engagement nach und nach ausbauen wolle - deutlich über die zunächst geplanten zehn bis zwölf Millionen Euro hinaus.

Ursprünglich wollte der TSV 1860, der 14 Millionen Euro Schulden hat und sofort zehn Millionen Euro an frischem Geld benötigt, bis Freitag das Resultat der wochenlangen Verhandlungen mit Banken und Gläubigern präsentieren. Zwar waren die März-Gehälter auch am Donnerstag noch nicht überwiesen, doch die Insolvenz-Meldung dürfte in dieser Woche ausbleiben. Wie die SZ erfuhr, haben sich die Löwen bereits an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) gewandt und für ihre Lizenz-Papiere erste Unterlagen zum Einstieg des Investors avisiert. Demnach nähme der Deal bereits Formen an.

Und: Angeblich plant der Geldgeber, bald nach München zu kommen.

Vermutlich deutete 1860-Vizepräsident Franz Maget auch deshalb am Donnerstag an, dass man die selbst auferlegte - und auch durch die Lizenz-Auflagen der DFL gesetzte - Erklärungsfrist über das Wochenende hinaus verlängere: "Wir leben heute, und wir leben auch morgen noch. Wir brauchen noch ein paar Tage, und wir haben noch ein paar Tage. Und wir werden das hinkriegen."

Bei dem Interessenten handelt es sich angeblich um einen anerkannten Geschäftsmann, der in Abu Dhabi sehr erfolgreich ist - und der jene gut zehn Millionen Euro, die er sofort für 49 Prozent der Anteile an der Fußball-KGaA der Löwen bietet, "aus der Portokasse bezahlen würde", wie ein Eingeweihter sagt. Die Verbindung zu dem als seriös eingestuften Investor, der bei seinen Geschäften vom Öl-Reichtum am Persischen Golf profitiert und gute Kontakte zur Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi unterhalten soll, war durch die Vermittlung eines renommierten Münchner Bankers zustande gekommen.

Sorgen um 1860 München

Auswärtsfahrten mit der S-Bahn