Formel 1 in Österreich:Klagen über zu wenig Spektakel

Mit der sportlichen Talfahrt des Red-Bull-Rennstalls aber soll das nichts zu tun haben. Das zumindest lassen Firmenchef Dietrich Mateschitz und sein Motorsport-Statthalter Helmut Marko beharrlich durchblicken. Die Formel 1 biete gerade halt schlicht zu wenig Spektakel, sie sei zu technisch, zu kompliziert. Das lässt sich so lange energisch wiederholen, bis der Konzern vielleicht die Gesamtvermarktung der Rennserie übertragen bekommt.

Parallel zu diesen Bemühungen läuft die Demontage des aktuellen Motorenpartners Renault weiter. Daniel Ricciardo und Daniel Kwiat setzen beim achten der 19 Saisonrennen schon ihren jeweils fünften Motor ein. Weil jeder Fahrer eigentlich mit vier Motoren auskommen muss, werden die beiden in der Startaufstellung um zehn Plätze strafversetzt. Viel ist von so weit hinten nicht mehr zu gewinnen. Branchenführer Mercedes hatte die Region im Vorjahr zum "Heim-Spielberg" erklärt; damals gewann Nico Rosberg. Dieses Mal lautet der Slogan des Stuttgarter Automobilherstellers: "Die Spitze des Spielbergs".

Mercedes-Teamchef Toto Wolff stammt aus Wien, wo auch die Zeitung Die Presse erscheint. Deren Einstiegs- frage zum Interview mit dem 43-Jährigen liest sich, als käme die Siegertechnik aus Österreich: "Welche Rolle spielt ein Rennen im eigenen Land für Mercedes?" Wolff räumt ein, dass ihm die Austragungsländer sonst egal seien. Dieses Wochenende aber geht ihm angeblich unter die Haut: "Es ist der Patriotismus, der Stolz auf Österreich. Es ist die Liebe zu diesem Land. Das macht es zu etwas Besonderem."

Sebastian Vettel, der an Ferrari verlorene Adoptiv-Sohn von Red Bull Racing, fühlt immer noch eine gewisse Verbundenheit. Teilweise sei Österreich noch seine Formel-1-Heimat, lässt er sich auf Suggestiv-Fragen entlocken. Er habe in den vergangenen sechs Jahren gelernt, das Land zu lieben. Mit einem Grinsen fügt er an, dass die Deutschen an sich ja immer gerne zu Besuch kämen. Wegen der Natur.

Für Vettel hatte das Gastspiel im Vorjahr eine besondere Bedeutung: Erstmals durfte er damals im Rahmenprogramm ein Formel-1-Auto von Ferrari bewegen, Gerhard Bergers Wagen von 1988. Ein Vierteljahr später unterschrieb Vettel dann selbst beim berühmten Team in Maranello.

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