bedeckt München 28°

Champions League:Werner zeigt es den Spöttern

Chelsea v Real Madrid - UEFA Champions League - Semi Final - Second Leg - Stamford Bridge Chelsea s Timo Werner scores

Kann es so einfach sein, ins Champions-League-Finale vorzudringen? Manchmal ja - Timo Werner nickt zum 1:0 für den FC Chelsea ein.

(Foto: Adam Davy/Imago images/PA Images)

Der deutsche Nationalstürmer erzielt beim Sieg des FC Chelsea gegen Real Madrid das Führungstor und erreicht mit seinem Team das Finale der Champions League. Dort kommt es auch zum Duell der Trainer Tuchel und Guardiola.

Von Javier Cáceres

Trotz eines Festivals an vergebenen Großchancen hat der FC Chelsea des deutschen Trainers Thomas Tuchel für ein englisches Champions-League-Finale gesorgt. Am Tag nach dem Endspieleinzug von Manchester City löste Chelsea am Mittwoch das zweite Ticket für den Finalort Istanbul (29. Mai). Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel bei Real Madrid siegte Chelsea durch Treffer des früheren Bundesligastürmers Timo Werner (28.) und von Jungstar Mason Mount (85.) mit 2:0.

Chelseas Coach Tuchel ist damit der erste Trainer, der mit zwei unterschiedlichen Mannschaften in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das Königsklassenfinale erreicht. Und der erste, der ins Champions-League-Finale einzieht, nachdem er im Laufe der Saison entlassen worden war. Tuchel war im Dezember bei Paris Saint-Germain des Amtes enthoben worden.

"Das war eine großartige Leistung und hochverdient", sagte Tuchel nach der Partie. "Wir haben nie den Hunger verloren, wir haben nie die Konzentration verloren. Heute ist keine Zeit für Kritik, das war fantastisch", sagte der frühere Bundesliga-Coach.

Werners Führungstor war eine deutsch-französische Koproduktion auf englischem Boden: Mittelfeldspieler N'Golo Kanté hatte den Ball an der Strafraumgrenze zu Kai Havertz herausgespielt, doch dessen Lupfer landete auf der Querlatte: Werner nickte den Abpraller aus zwei Metern ein. Und bestätigte seinen Coach Tuchel: "Er kriegt gerade ein dickes Fell", hatte Tuchel mit Blick auf die teilweise ehrabschneidenden Äußerungen gesagt, die Werner ertragen musste.

Zuletzt war Werner sogar von der Ehefrau des Chelsea-Abwehrchefs Thiago Silva veralbert worden. "Das ist Karma Leute, bei jedem Verein ist vorn immer einer, der Tore vergibt!", hatte sie in einem sozialen Netzwerk geklagt. Werners Tor war aber ein verdienter Preis für das zielgerichtete Spiel seiner Mannschaft. Die Engländer überließen den Madrilenen zwar augenscheinlich die Initiative, abzüglich zweier Chancen von Mittelstürmer Karim Benzema, die Chelsea-Torwart Édouard Mendy brillant vereitelte, war der Ballbesitz der Spanier weitgehend steril. Chelsea hingegen hatte allein in der ersten Halbzeit gleich elf Ballaktionen im Sechzehnmeterraum der Madrilenen. Die Londoner wirkten insgesamt reifer - und vor allem frischer.

Chelsea vergibt Chance um Chance

Nach der Pause wurde die physische Überlegenheit Chelseas noch offenkundiger. Dennoch: Chelsea spielte mit dem Feuer, ließ Chance um Chance liegen. Havertz setzte wieder einen Ball an den Querbalken, diesmal per Kopf (47.) und stand auch in der 59. Minute im Fokus, als er allein vor Madrids Torwart Thibaut Courtois stand - und vergab. Der defensive Mittelfeldspieler Kanté wurde bei einem Konter mustergültig von Werner freigespielt - doch auch er scheiterte. Später rutschte Havertz im Fünfmeterraum knapp an einer Hereingabe von Christian Pulisic vorbei.

In der Schlussphase wirkten eine Reihe von Madrider Spielern so kurzatmig, dass man meinen konnte, das Spiel steige nicht in London, sondern im Himalaya. Am Ende fiel dann doch das entscheidende 2:0. Nach einem Pass von Kanté verlud der frühere Dortmunder Pulisic Madrids Torwart Courtois und passte auf Mount, der aus drei Metern einnetzte. Tuchel fordert nun den früheren Bayern-Trainer und heutigen City-Coach Josep Guardiola, dem er sich mehr als nur kollegial verbunden fühlt.

© SZ/schm
Zur SZ-Startseite
Champions League - Semi Final Second Leg - Manchester City v Paris St Germain

Champions League
:Guardiola versöhnt sich mit dem Schicksal

Pep Guardiola steht erstmals mit Manchester City im Finale der Champions League - weil sein Team aufs schöne Spiel pfeift. Statt dessen wird gekämpft wie unter den Verteidigungstrainern Mourinho oder Simeone.

Von Sven Haist

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB