FC Bayern verliert gegen Arsenal Arsenal setzt nicht nach

Durch die Mitte rollte die erste Angriffswelle der Gäste. Martínez stellte sich ihr erfolglos in den Weg, der Ball kam über den einstigen Dortmunder Rosicky nach rechts außen, zum flinken Außenstürmer Walcott, den Alaba nicht stellen konnte, weil er ausrutschte wie auf einer Bananenschale und auf dem Hintern sitzend zusehen musste, wie der Querpass den Franzosen Giroud erreichte und nicht den weiterhin unauffindbaren Innenverteidiger van Buyten - 0:1, plötzlich war es mucksmäuschen still in der Arena, abgesehen von den ziemlich fröhlichen Gästefans.

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Einzelkritik FC Bayern

Weißer Rauch und roter Wein

Mario Mandzukic agiert wie die Kardinäle im Vatikan, Manuel Neuer schafft kein Fallrückzieher-Tor, David Alaba wartet 90 Minuten lang auf weißen Rauch über der Arena. Javi Martínez hätte ein Schlückchen Rotwein durchaus geholfen. Die Spieler des FC Bayern beim 0:2 gegen Arsenal in der Einzelkritik.

Das Seltsame war, dass Arsenal nicht gleich nachsetzte nach diesem furiosen Entrée, dass es nicht aufrückte und die Münchner noch mehr in Verlegenheit brachte. Dabei offenbarten die Bayern früh, trotz des vielen Ballbesitzes und erster Schusschancen für Kroos, dass die Kugel nicht so flüssig wie gewohnt durch ihre Reihen lief. Der gelb-gesperrte Schweinsteiger, zuletzt ein umsichtiger Halt-Geber, schien den Bayern in der Zentrale abzugehen; Ersatzmann Luiz Gustavo ist zwar ähnlich zweikampfstark, aber eben kein Spieleröffner - und Ribéry (Bänderdehnung) zudem einer der wenigen, der auf diesem Niveau nicht zu ersetzen ist.

Eine einzige Kombination glückte den Bayern im ersten Abschnitt. Robben war mal wieder auf rechts gewechselt, er bezog Lahm ein, der Kroos am Strafraum bediente (25.). Doch dessen Schuss war kein Problem für Arsenal-Keeper Fabianski. Den Münchnern gelang ansonsten selten der zielstrebige Übergang in die Offensive. Sie gewannen viele Zweikämpfe, doch ihr Spiel wirkte selten beweglich. Arsenal machte nichts daraus, nur einmal kam der Ball gefährlich vor Neuers Tor, wieder über die Abwehrseite von Alaba. Und wieder setzte Walcott einen gefährlich Querpass ab, doch diesmal verpasste ihn der französische Nationalstürmer Giroud (31.).

Nach der Pause orientierten sich die Bayern neu. Sie drängten Arsenal energischer in die eigene Hälfte, der etwas eigensinnige Robben zog zweimal ab, einmal sogar gefährlich (47.). Aber mit Tempo und Überzeugung gingen sie selten daran, den Ausgleich zu erzielen, und Passungenauigkeiten brachten die jungen Engländer zurück ins Spiel. Wie nach knapp einer Stunde, als Martínez Gustavo suchte, aber nur einen Gegenspieler fand, der Walcott auf die Reise schickte - und dieser vom Linienrichter zu Unrecht im Abseits gesehen wurde.

Auf solche Fehler der Bayern und eigene Konter war das Arsenal-Spiel ausgerichtet. Doch den Münchnern gelang es immerhin, dem Gegner wenige Einladungen zu präsentieren. Sie dosierten jedoch ihren Aufwand, Robbens Solo-Chance nach einem Hackentrick in Höhe der Mittellinie (68.) von Müller war ein rarer Höhepunkt - und die unpräzisen Distanzschüsse des Holländers sogar ein internes Ärgernis, wie das heftige Zetern von Sportchef Sammer auf der Bank dokumentierte.

Heynckes brachte Gomez anstelle des blassen Mandzukic, doch die nächste große Chance besaß Arsenals Sturm-Joker Gervinho: Im Strafraum setzte er sich durch und legte den Ball nur knapp am Tor vorbei (79.). Die Bayern antworteten mit Müller, der an Fabianski scheiterte, und mit harter Zweikampfführung von Martínez: Der Spanier sah seine dritte gelbe Karte und ist für die nächste Partie gesperrt.

Die gute Nachricht war dann auch für ihn: Sie findet bald statt, im Viertelfinale, denn Koscielnys Kopfball nach einer Ecke 0:2 (85.) fiel zu spät für Arsenal: Der FC Bayern hat sich ein dickes Veilchen geholt, aber er ist weiter. Die Auslosung für die Runde der nächsten Acht - in der erstmals seit 1996 kein englisches Team steht, dafür aber nach elf Jahren mal wieder ein deutsches Duo - findet am Freitagmittag statt.