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FC Bayern:"Kompliment an die Chefs"

FC Bayern München - Präsentation Ivan Perisic

Glücklich mit seinem Kader: Bayern-Trainer Niko Kovac.

(Foto: dpa)
  • Bayern-Trainer Niko Kovac lobt nach den Verpflichtungen von Ivan Perisic und Philippe Coutinho die Transferpolitik des Vereins.
  • Er weiß vor dem Spiel am Samstagabend gegen Schalke aber auch: Nun liegt der Druck bei ihm.
  • Die Geldstrafe für Renato Sanches sei nicht wegen dessen Kritik verhängt worden. Sondern weil er eine Trainingseinheit nach dem Spiel verpasst habe.

In den Mundwinkeln von Niko Kovac, 47, zeichneten sich Grübchen ab, er war ein bisschen euphorisch, das ließ sich nicht verbergen. Der Trainer hatte eine Weile warten müssen, bis ihm die Kluboberen einige seiner Spielerwünsche erfüllten, ein ganzes Jahr, um genau zu sein. Am Donnerstagmittag endlich konnte Kovac auf dem Podium im Pressestüberl des FC Bayern Platz nehmen, er konnte breit grinsen und sagen: "Kompliment an die Chefs, das haben sie sehr gut gemacht."

Die entscheidenden, deutlich wichtigeren Sätze fielen ein paar Sekunden später. Kovac sprach davon, dass die "Versprechen eingehalten wurden" mit den jüngsten Transfers, er sprach auch von einem "guten Kader, sowohl von der Qualität als auch von der Quantität". Mit diesen Worten meinte er auch: Das Gerüst steht, sehr stabil sogar. Jetzt muss ich, Kovac, liefern.

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Den Verantwortlichen des FC Bayern ist vor gut einer Woche ja ein erstaunliches Manöver gelungen. Kaum jemand interessierte sich plötzlich mehr für das enttäuschende 2:2 zum Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC. Denn die Ankunft eines strahlenden Zugangs stand bevor, dessen strahlend-weißes Zahnpastalächeln vorübergehend zum meistpublizierten Motiv der Republik wurde. Es war die Woche des Philippe Coutinho, der Nummer 10, der neuen schöpferische Kraft im Münchner Spiel - so jedenfalls ist es gedacht, nicht weniger erhofft man sich vom Brasilianer.

Wie das im Fußball aber so ist, werden auch die größten Verheißungen schnell vom Alltag eingeholt, am Samstagabend spielen die Bayern beim FC Schalke. Seine stimmungsaufhellende Wirkung muss Coutinho, 27, dann zunächst noch neben dem Platz entfalten. Vielleicht komme Coutinho als Einwechselspieler in die Partie, sagte Kovac, er verfüge aber "mit Sicherheit nicht über das Fitnessniveau", das er für einen Startelf-Einsatz brauche.

Coutinho war bei seinem vorherigen Klub FC Barcelona verspätet ins Training eingestiegen, weil er sich bis vor kurzem noch im Copa-América-Erholungsurlaub befand. Jetzt gelte es, den Zugang behutsam zu integrieren. "Wir wollen ihn nicht verheizen", sagt Kovac. Ein Plan, mit dem dieser "Weltklasse-Fußballer" sehr einverstanden sei, weil er keine Sonderstellung verlange und auch "Glanz und Glamour" eher ablehnend gegenüberstehe. Ein Eindruck übrigens, den der Brasilianer bestätigte, bevor am Donnerstag die Pressekonferenz startete. Anders als am ersten Trainingstag in München verließ Coutinho das Klubgelände nicht etwa durch den Ausgang, an dem zahlreiche Fans auf Autogramme und Fotos warteten. Er huschte durchs Stüberl und verschwand schnellen Schrittes von der Säbener Straße.