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Werben um Sané:Guardiola wird resolut

Leroy Sane

City-Trainer Pep Guardiola plant fest mit Leroy Sané.

(Foto: dpa)
  • Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, spricht über die Ausfallzeit von Leroy Sané.
  • Von einem Wechselwunsch seines Angreifers will er nichts gehört haben.
  • Sauer ist man bei Manchester City nicht auf Sané, sondern auf den FC Bayern.

Es sind kurze Wege, die Pep Guardiola beschreiten muss, wenn er mit dem deutschen Nationalspieler Leroy Sané ein direktes Gespräch führen möchte. Trainer und Stürmer von Manchester City wohnen unter einem Dach, in einem Luxusappartement-Gebäude im Herzen von Manchester belegen sie auf zwei unterschiedlichen Stockwerken überaus schicke Wohnungen. Am Freitag aber, am Vorabend des Saisonstarts der englischen Premier League, verkündete Guardiola sehr öffentlich, was er Sané hören, lesen und vor allem spüren lassen wolle: "Wir sind für ihn da. Wir werden auf ihn warten."

Am Donnerstag hatte City bekannt gegeben, dass Leroy Sané, 23, vorigen Sonntag im Supercup eine Verletzung am vorderen Kreuzband des rechten Knies erlitten hatte, die eine Operation unumgänglich mache. Sané soll Mitte kommender Woche unters Messer, nach SZ-Informationen in Barcelona beim Kniespezialisten Ramón Cugat. Der hatte auch die anderen beiden Kreuzbandrisse repariert, die den Kader von Manchester City in den vergangenen beiden Jahren schwächten: Sanés Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan und der französische Nationalspieler Benjamin Mendy begaben sich ebenfalls in die katalanische Hauptstadt.

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"Hoffentlich im Februar oder März", sagte Guardiola, werde Sané wieder zur Verfügung stehen. "Er ist jung und in den bestmöglichen Händen", das sei im Lichte dieser "unglaublich schlechten Nachricht" noch das Beste, so Guardiola. Als er sinngemäß gefragt wurde, ob er sich angesichts des öffentlichen Werbens der Bayern um Sané nicht ohnehin darauf eingestellt hätte, ohne den DFB-Stürmer in die neue Saison zu gehen, wurde Guardiola resolut: "Im Gegenteil", sagte er.

150 Millionen? Diese Summe dürfte eher eine Abschreckungsmaßnahme gewesen sein

"Ich habe nicht an die Möglichkeit gedacht, dass er gehen könnte", beteuerte der frühere FC-Bayern-Coach: "Er hat mir auch nicht gesagt, dass er gehen will, deshalb hat er in der Saisonvorbereitung und auch im Finale gespielt (im Community Shield gegen Liverpool , d. Red.)." Das muss auch nicht im Widerspruch zur Kolportage stehen, dass Sané den Bayern zuletzt signalisiert habe, nach München wechseln zu wollen. Andererseits muss man wohl auch relativieren, dass City durchsickern ließ, Sané ziehen lassen zu wollen, wenn der FC Bayern eine Ablöse jenseits von 150 Millionen Euro zahle. Diese Summe dürfte eher eine Abschreckungsmaßnahme gewesen sein.

In Wahrheit, glauben Insider, hatte City nie die Absicht, Sané gehen zu lassen; und daran werde sich jetzt kaum etwas ändern. City dürfte nun sogar die Versuche intensivieren, Sané zur längst vorgeschlagenen vorzeitigen Vertragsverlängerung zu bewegen. Sauer ist man bei den Engländern eh nicht auf Sané, sondern auf die Bayern, denen man diverse Indiskretionen anlastet, die in deutschen Medien zu lesen waren. Sie werden als impertinente Versuche interpretiert, City über Umwege weichzuklopfen - ähnlich wie es Real Madrid mit anderen Klubs macht, wenn man einen Spieler holen will und der abgebende Klub renitent ist.

Eine gute Nachricht hielt die Woche für Guardiola dann aber doch parat. Am Freitag wurde die Vertragsverlängerung von einem weiteren Nachbarn des Trainers verkündet: Ilkay Gündogan. Der hatte einen Wechsel erwogen, Guardiola fragte ihn daraufhin: "Wie bitte?" Gündogan, 28, sei "ein Spieler, den man in Europa nicht noch mal findet", so Guardiola. Sein Werben hatte Erfolg: Gündogan unterschrieb bis 2023.

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