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FC Bayern und van Bommel:"Die brauchen vielleicht jemanden"

Die Defensive des FC Bayern hat beim VfB Stuttgart erneut große Schwächen offenbart. Doch der Kauf der Wunschkandidaten stockt. Immerhin: Mark van Bommel hat seinen Humor nicht verloren - und bleibt womöglich doch.

Als Mark van Bommel nach dem Duschen zum Mannschaftsbus ging, lief auf einem Bildschirm hoch oben in der Ecke das Elfmeterschießen in Aachen. Benjamin Auer schoss gerade den entscheidenden Strafstoß für den Zweitligisten gegen Frankfurt. "Oh, Frankfurt ist draußen", bemerkte van Bommel und fügte die Frage an: "Wie hat denn Wolfsburg gespielt?"

VfB Stuttgart v FC Bayern Muenchen - DFB Cup

Gestenreich, humorig: Bayern-Wechselkandidat Mark van Bommel.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Wolfsburg. Seit Tagen spekuliert Fußball-Bayern, ob der 33-jährige Kapitän des FC Bayern tatsächlich in der Winterpause, also innerhalb der kommenden zwei Wochen, zum VfL Wolfsburg übersiedelt. Und wer darüber entscheidet. Es ist die vielleicht öffentlichste Personalie seit Jahren in dem sonst so verschwiegenen Betrieb der FC Bayern AG. Inzwischen äußert sich vom Präsidenten über den Vorstandsboss über den Sportdirektor, Trainer und Spieler jeder in der Form, dass er nichts mehr dazu sagen will. Um dann doch etwas dazu zu sagen. Weil es jetzt ohnehin zu spät ist.

Sportdirektor Christian Nerlinger sagte nach dem Spiel in Stuttgart: "Mark van Bommel hat einen laufenden Vertrag, deshalb verstehe ich die Spekulationen nicht." Trainer Louis van Gaal bemerkte zum Stand, ob sein Mittelfeldspieler wechselt oder nicht: "Am Ende entscheidet immer der Spieler."

Mark van Bommel sagte: "Ich habe immer mit vollem Herzen beim FC Bayern München gespielt. Aber ich entscheide nicht. Auch der Trainer hat eine starke Stimme." So wird sich gegenseitig der Ball zugespielt.

Nachdem der FC Bayern im Herbst die Erkenntnis zugab, seine Mannschaft bald mit ein paar Ergänzungen auffrischen zu wollen, jagt in München ein Gerücht das nächste, eine Wasserstandsmeldung löst die vorherige ab. Die beiden wilden Partien in Stuttgart mit den Siegen 5:3 (Bundesliga) und 6:3 (DFB-Pokal) dürften die Debatten über den defensiven Mannschaftsteil nicht verstummen lassen. Im Gegenteil.

Die Innenverteidigung bestätigte auf fast fatale Weise, dass seit der Verletzung von Holger Badstuber dort spielen kann, wer will. Stabilität will sich nicht einstellen. (Martin Demichelis ist bereits auf der Suche nach einem neuen Klub, offenbar ist der FC Malaga ein möglicher Abnehmer, auch der FC Valencia soll interessiert sein.)

Das gleiche gilt für den Posten links hinten und auch das defensive Mittelfeld wirkt bisweilen wenig präsent und überzeugend. Nerlinger betonte nochmals: "Wenn wir zu hundert Prozent davon überzeugt sind, dass ein Spielerkauf uns verstärkt, dann werden wir das tun."

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Vogelwilde Rohrspatzen