Javi Martínez beim FC Bayern:Für Guardiola bleibt der Tasci-Transfer für ewig ein Rätsel

Für den Bayern-Trainer wird es wohl für ewig ein Rätsel bleiben, warum seine Vorgesetzten im Winter den ehemaligen Nationalspieler Serdar Tasci aus dem Vorruhestand in Russland zurück in die Bundesliga geholt haben. Tasci hatte der Spanier nie als ernsthafte Alternative angesehen. Nach den Ausfällen von Holger Badstuber, Jérôme Boateng und Martínez erfand er in seiner Not sogar den jungen und nur 1,76 Meter großen Joshua Kimmich als Innenverteidiger.

Ob der verletzungsgeplagte Martínez schon gegen Lissabon in der Startformation auftaucht, ist allerdings noch schwerer vorauszusagen als die Lottozahlen. Guardiola macht aus jeder Aufstellung eine wissenschaftliche Abhandlung, weil er sich von so vielen Referenzgrößen leiten lässt. Niemand weiß, ob er gegen Lissabon mit Dreierkette oder Viererkette verteidigen lässt, ob Lahm im Mittelfeld aufläuft oder doch hinten rechts. Oder ob plötzlich sogar Boateng wieder im Kader auftaucht, der schon wieder mit dem Ball trainiert. "Jérôme wird schneller zurückkehren als wir zunächst alle befürchtet hatten", kündigte jedenfalls Rummenigge an.

In Guardiolas Denkerkopf hat auch noch nicht Philipp Lahm hineinfinden können. Doch der Bayern-Kapitän hält Martínez trotz seiner gegen Frankfurt nicht zu kaschierenden Schwächen im Passspiel schon wieder für stark genug, auch konditionell. "Javi hat so viel Qualität und Ruhe am Ball und ist Zweikampfstark", lobte Lahm seinen genesenen Mitspieler.

Wie stressresistent ist Martínez?

Wie stressresistent Martínez nach seiner Pause tatsächlich aber schon ist, lässt sich nach dem Spiel gegen Frankfurt nur schwer deuten. Als reiner Abwehrspieler war er nur einmal gefragt, als er eine Flanke fachgerecht aus dem Fünfmeterraum köpfelte. Gegen Benfica werden die Bayern-Profis mehr gegnerische Angriffe aushalten müssen als in der gesamten Vorrunde der Bundesliga gegen unterwürfige Mannschaften.

Vor allem Lissabons Stürmer Jonas wird ein ständiger Störenfried sein. Der Brasilianer hat in der Liga schon mehr Tore in dieser Saison erzielt als Cristiano Ronaldo, nämlich 30. Philipp Lahm sagt: "Das wird ein komplett anderes Spiel als gegen Frankfurt." Er freue sich darauf.

© sz.de/schma/ska
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