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Hansi Flick:Lob von Hoeneß und Rummenigge

Flick musste gar nicht der beste Trainer der Welt sein, um die 1:5-Bayern wieder in 4:0-Bayern zu verwandeln, mit ein paar professionellen Handgriffen hat er getan, was zu tun war. "In fünf Tagen kannst du nicht die Welt verändern. Aber der Trainer hat an den richtigen Punkten angesetzt und die richtigen Änderungen vorgenommen. Das hat schon gefruchtet", sagte Leon Goretzka später. Vor allem hat Flick die defensiv zuletzt völlig verschlamperte Elf von hinten aufgebaut, er hat Martínez als Autorität in die letzte Reihe gestellt und die Abwehr trotz großer Personalnöte so umgebaut, dass für Kimmich im zentralen Mittelfeld Platz war. Vor Kimmich hat er Goretzka und Thomas Müller platziert und so eine deutschsprachige Zentralachse geschaffen. Und er hat die Spieler mit jenen Vorgaben ausgestattet, die selbstverständlich auch eine Spitzenmannschaft braucht; es ist ja gar keine blöde Idee, wenn der linke Spieler weiß, was der rechte macht.

"Ich fand es gut, dass der Trainer in der Defensive Strukturen und gewisse Abläufe festgelegt hat", sagte Kimmich, "jeder wusste auf dem Platz, was zu tun ist. Wir haben versucht, uns erst mal auf die Defensive zu konzentrieren und klar festzulegen, wer wen anläuft und wie wir anlaufen." Eine trockene Analyse, die im Umkehrschluss nicht für Niko Kovac spricht.

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"Man muss Hansi ein großes Kompliment machen"

Hansi Flick hat jetzt erst mal Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Sein Plan, gegen Piräus und Dortmund zweimal derselben Elf zu vertrauen, ist aufgegangen, auf diese Weise hat er der Mannschaft eine ganz banale Sicherheit vermittelt, die diese mit zunehmender Spieldauer immer mehr genoss. Und dank der irren Treffsicherheit von Robert Lewandowski, der das 1:0 und das 3:0 erzielte, konnte Flick es sich am Ende noch erlauben, die Harlem Globetrotters auf Tournee zu schicken - bei einem ungefährlichen Spielstand hat er Coutinho und Thiago zum Zaubern in die Manege gelassen, und sicherheitshalber hat er den beiden am Spielfeldrand auch noch eine öffentliche Umarmung mitgegeben. Einstweilen dürfen sich also auch die Zauberer gemocht und gewollt fühlen.

Flick habe seine Aufgabe "bravourös" gemeistert, sagte Klubchef Karl-Henz Rummenigge später, "man muss Hansi ein großes Kompliment machen". Und Uli Hoeneß sagte, eines sei doch klar: "Nach so einer überragenden Woche mit zwei überzeugenden Siegen kann man doch nicht sagen, den Hansi Flick schicken wir jetzt erst mal wieder weg." Flick werde "bis auf Weiteres" die erste Mannschaft trainieren, ergänzte Rummenigge, parallel werden die Bayern weiter nach jener "langfristigen Lösung" suchen, die Hoeneß anmahnt.

Wie lange "bis auf Weiteres" ist und ob sie Flicks Assistentenvertrag in einen vorübergehenden Cheftrainervertrag umwandeln: Das können die Bayern in der nun anstehenden Länderspielpause entscheiden.

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