bedeckt München

FC Bayern:Peps Kosmos

Das ist der Kosmos, in dem Pep Guardiola lebt. Er will seine Spieler verbessern, das Spiel seiner Mannschaft. Das Ergebnis spielt in seiner täglichen Arbeit eine nachrangige Rolle. Er glaubt, Ergebnisse sind die Konsequenz einer guten Leistung. Umso mehr hat er diesmal gelitten an der Seitenlinie. Denn er sah eine perfekte erste Halbzeit seiner Mannschaft. Er sah, wie sie nach dem Ausgleich durch Madrid mit purer Willenskraft und Enthusiasmus weiter nach vorne spielte und bis zum letzten Moment nicht nachlassen wollte.

Guardiola korrigierte für seine Verhältnisse kaum, lief dafür umso mehr auf und ab wie ein nervöser Eisbär im Tierpark. Nach dem 2:1 durch Robert Lewandowski blickte er in den schwarzen Nachthimmel, als bitte er dieses eine Mal um göttlichen Beistand. Pep Guardiola, der nicht an Ergebnissen gemessen werden will, weil es im Fußball bisweilen einfach blöd laufen kann, wollte dieses eine Mal schlicht das nötige Ergebnis. Für seine Mannschaft, die so fulminant spielte. Und für sich. Um Deutschland, wo er sich oft schlecht verstanden fühlte, vielleicht doch als Triumphator verlassen zu können.

Guardiola wünscht seinem Nachfolger schon mal alles Gute

Von ihm bleibt nun kein Henkeltopf in München. Nur seine Worte: "Ich habe vom ersten bis zum letzten Tag meinen Spielern helfen wollen. Ich habe viel gearbeitet, sehr viel, um die Bundesliga kennenzulernen, auch die deutsche Mentalität. Ich habe mein Bestes getan, ich habe kein regret. Das I would like to say."

Nun wartet aber noch der Endspurt in der Bundesliga. Und irgendwann das Pokalfinale. Kinkerlitzchen an diesem Abend. Beim Gedanken an die nahe Zukunft wirkte der Katalane wenig angetan. "Jetzt sind wir traurig, morgen noch mehr." Und in vier, fünf Tagen werden er und die Mannschaft merken, dass sie wirklich nicht im Finale stehen. "Das ist nicht gut."

Es klang wie eine Abschiedsrede. Und für einen feinen Charakter wie Pep Guardiola gehört zum Abschied dazu, seinem Nachfolger Glück zu wünschen: "Ich wollte das Finale erreichen und habe es nicht geschafft. Ich hoffe, Carlo Ancelotti kann das erreichen." Dass der neue Bayern-Trainer im kommenden Jahr eventuell auch Manchester City mit dem Kollegen Guardiola überwinden muss, macht es aber vermutlich nicht leichter.

© SZ.de/fued/rus

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite