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FC Bayern besiegt Olympique Marseille:"Seht ihr, Dortmund, so wird das gemacht"

Dort, wo Ligakonkurrent Borussia Dortmund im Herbst strauchelte, gewinnt der FC Bayern 2:0 gegen Olympique Marseille. Damit stehen die Münchner fast im Halbfinale der Champions League. Für eine Mini-Posse sorgt indes Bastian Schweinsteiger - wegen seiner gelben Karte kurz vor Schluss.

Sogar Bixente Lizarazu war gekommen. Aus der Nähe von Biarritz, wo der frühere Außenverteidiger des FC Bayern mittlerweile wohnt, ist es schließlich nicht so weit nach Marseille. Beim mitternächtlichen Bankett des FC Bayern im "Pullman Resort" an der Küstenstraße plauderte Lizarazu mit den früheren Kollegen, scherzte mit Bastian Schweinsteiger, aß ein wenig Risotto. Dann erzählte er noch, dass er zum Rückspiel ebenfalls in München sein werde. Um ein wenig zu arbeiten. Und ein paar alte Freunde zu treffen.

FC Bayern "Unser absolutes Wunschergebnis" Video
FC Bayern nach Sieg gegen Marseille

"Unser absolutes Wunschergebnis"

Nach dem 2:0 -Auswärtssieg gegen Olympique Marseille zeigen sich Spieler und Verantwortliche beim FC Bayern zufrieden. Kapitän Philipp Lahm sagte, jetzt wolle man auch weiter kommen. Mit dem Sieg haben die Bayern einen wichtigen Schritt in Richtung Halbfinale der Champions League gemacht.

Die Stimmung war gelöst, es gab bayerisches Bier und mediterranes Essen, das überraschte freilich nicht: 2:0 (1:0) hatten die Bayern ihr Viertelfinal-Auswärtsspiel bei Olympique Marseille gewonnen, durch Tore von Mario Gomez und Arjen Robben - auf spielerisch nicht gerade überzeugende, jedoch letztlich ungefährdete Weise.

Die Bayern-Verantwortlichen versetzte dieser Umstand erwartungsgemäß in Hochstimmung. Von einem "Traumergebnis" sprach Sportdirektor Christian Nerlinger. "Wir haben das Tor ins Halbfinale weit aufgestoßen", erklärte auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in feinem Fußballersprech. Die vorherrschende Meinung: Beim Rückspiel am kommenden Dienstag in München muss schon enorm viel schief gehen, sollten die Bayern das Champions-League-Halbfinale (höchstwahrscheinlich gegen Real Madrid) doch noch verpassen.

Ausdrücklich sagen wollte das natürlich niemand, denn wer beim FC Bayern spielt, ist natürlich Gentleman und Medienprofi zugleich. Und so versuchten die Angestellten den Eindruck zu vermeiden, das Rückspiel könnte eine ungefährdete Angelegenheit werden. Oder gar eine untergeordnete Rolle spielen, bei all den Herausforderungen, die den Bayern bis Mitte Mai noch bevorstehen. "Wir wissen, dass Marseille in Dortmund drei Tore geschossen hat", sagte Bastian Schweinsteiger. "Man muss den Gegner immer respektieren", befand auch Arjen Robben.

Also lieber Vorsicht walten lassen? Die mitgereisten Bayern-Fans sahen das anders und gaben bereits zehn Minuten vor Spielschluss ihre Zurückhaltung auf. Sie sangen: "Sehr ihr, Dortmund, so wird das gemacht", ein kleiner Seitenhieb auf den deutschen Konkurrenten, der im Herbst 0:3 und 2:3 gegen die Südfranzosen verloren hatte. Und sie ließen sich sogar zu einem "Who the fuck is Barcelona, hey, hey" hinreißen, was durchaus mit humoristischer Note versetzt war.

Die Partie am Mittwochabend in Marseille war eines der schwächeren Viertelfinalspiele, die die Champions League seit ihrer Einführung in der Saison 1992/93 zu sehen bekam. Im wegen des Umbaus teilweise gesperrten "Stade Vélodrome" hatte Olympique-Trainer Didier Deschamps seine fußballerisch limitierte Mannschaft einzig auf den Kampf eingeschworen, den die Bayern zunächst erwiderten und sich eine Vielzahl gelber Karten abholten (unter anderem Lahm, Kroos und Schweinsteiger).

FC Bayern in der Einzelkritik

Rustikal Richtung Real