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Eishockey:DEL fehlen nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro für Saisonstart

Kölner Haie - ERC Ingolstadt

Die DEL hatte ihren Saisonstart bereits auf den 13. November verschoben.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Die Deutsche Eishockey-Liga verlangt von der Politik Perspektiven für einen Spielbetrieb. Die Premier League muss doch noch länger auf Zuschauer verzichten. Die FinCEN-Files belasten die Olympia-Bewerbung Tokios.

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Eishockey, DEL: Der Deutschen Eishockey Liga (DEL) fehlen aufgrund der Corona-Krise 60 Millionen Euro. Das teilte die Liga am Montag nach einer Gesellschafterversammlung der 14 Clubs in Frankfurt mit. Deshalb droht eine erneute Verschiebung des Saisonstarts, der zunächst vertagt wurde.

"Alle Clubs wollen unbedingt spielen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist dies wirtschaftlich nicht seriös darstellbar", sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold. Die Liga hatte den Saisonstart, der eigentlich am vergangenen Freitag sein sollte, bereits auf den 13. November verschoben - in der Hoffnung, dann vor Zuschauern spielen zu können. Die 20 Prozent der eigentlichen Zuschauer-Kapazitäten, die aktuell zugelassen sind, sind für einen wirtschaftlichen Spielbetrieb aber zu wenig. Die DEL, die bereits die Vorsaison vor den Play-offs abgebrochen hatte, steckt wirtschaftlich in einer existenziellen Krise. Anders als die Fußball-Bundesliga kann sie sich Geisterspiele nicht leisten: Die Zuschauereinnahmen machen bei den Klubs rund 60 Prozent des Etats aus.

Die DEL fordert daher von der Politik bis Ende kommender Woche Perspektiven für einen Spielbetrieb mit mehr Zuschauern. "Nur wenn uns bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen vorliegen, werden wir am 13. November in die Saison starten", meinte Arnold. Für einen "verantwortungsvollen" Saisonstart fehlen der Liga "rund 60 Millionen Euro, die wir ohne die Hilfe Dritter alleine nicht aufbringen können. Wir können und wollen kein Harakiri begehen."

Fußball, Premier League: Die englische Premier League kann die Pläne über eine zeitnahe Rückkehr von Fans in die Fußball-Stadien vorerst verwerfen. Wie der britische Staatsminister Michael Gove mitteilte, wird das Programm zur stufenweisen Rückkehr von Zuschauern aufgrund der steigenden Zahl an Coronafällen vorerst ausgesetzt. Ursprünglich hatte die Regierung auf eine Teilzulassung von Fans bei Sportveranstaltungen ab dem 1. Oktober hingearbeitet.

"Wir wollen es den Menschen zu gegebener Zeit ermöglichen, Fußball und andere Sportereignisse zu sehen", sagte Gove in der Fernsehsendung BBC Breakfast: "Aber im Moment müssen wir einfach vorsichtig sein, und ich denke, dass eine massenhafte Wiedereröffnung zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht wäre." Damit müssen die englischen Sportvereine weiter gänzlich ohne Zuschauereinnahmen auskommen. Die Premier League verliert im Spielbetrieb mit jedem Monat ohne Zuschauereinnahmen rund 110 Millionen Euro.

Bereits in der Vorwoche hatten mehr als 100 britische Sportorganisationen in einem gemeinsamen Schreiben mehr Unterstützung von der Regierung gefordert, sonst bestehe "die Gefahr einer verlorenen Generation". In Deutschland sind während einer Testphase bis zu 20 Prozent der Stadionkapazitäten zugelassen, wenn die Inzidenzzahlen es zulassen. Am vergangenen Wochenende mussten allerdings in München und Köln trotzdem Geisterspiele ausgetragen werden.

Olympische Spiele, Tokio: Die FinCEN-Files bringen die Olympia-Bewerbung Tokios offenbar weiter in Verruf. Nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo soll eine Beraterfirma des Bewerbungskomitees rund um die Wahl im September 2013 insgesamt 370.000 Dollar (etwa 313.000 Euro) an den umstrittenen Sohn des ehemaligen IOC-Mitglieds Lamine Diack gezahlt haben.

Diack, Ex-Präsident des Leichtathletik-Weltverband WA, war am vergangenen Mittwoch in Paris wegen Korruption, Geldwäsche und Dopingvertuschung zu einer vierjährigen Haftstrafe, davon zwei Jahre auf Bewährung, verurteilt worden. Sein Sohn Papa Massata Diack bekam in Abwesenheit eine Strafe von fünf Jahren Haft. Beide sind auch Schlüsselfiguren in einem weiteren Ermittlungsverfahren, das derzeit in Frankreich läuft und in dem es um möglichen Stimmenkauf bei der Wahl Tokios geht.

Die nun vorliegenden Dokumente, die aus bislang geheimen Unterlagen des US-Finanzministeriums hervorgehen und von einem internationalen Zusammenschluss von Medien ausgewertet wurden, könnten laut Kyodo weiteres Licht in die Ermittlungen bringen. Papa Massata Diack wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die zwei Zahlungen stünden in Zusammenhang mit einem Sponsorendeal in China und hätten "nichts mit den Olympischen Spielen in Tokio zu tun".

Im vergangenen Jahr war im Zuge der Ermittlungen in Frankreich Tokios Olympia-Chef Tsunekazu Takeda zurückgetreten. Takeda soll in die Zahlung von Bestechungsgeldern in Höhe von insgesamt zwei Millionen Dollar verwickelt sein, er beteuert seine Unschuld.

NFL, Jakob Johnson: Als erst zweiter deutscher Football-Profi hat der Stuttgarter Jakob Johnson einen Touchdown in der NFL erzielt. Bei der 30:35-Niederlage der New England Patriots gegen die Seattle Seahakws fing Johnson am Sonntagabend (Ortszeit) im dritten Viertel einen Pass von Quarterback Cam Newton in der Endzone. Die sechs Punkte sorgten für den Zwischenstand zum 23:28. Vor dem 25 Jahre alten Fullback hatte einzig Markus Kuhn einen Touchdown in der NFL erzielt. Dem Verteidiger gelang das 2014 für die New York Giants. Johnson spielt seine zweite Saison in der stärksten Football-Liga der Welt und war in Deutschland für die Stuttgart Scorpions in der GFL aktiv. Er erarbeitete sich seinen Platz bei den Patriots über ein Förderprogramm für internationale Spieler.

Basketball, NBA: Anthony Davis hat die Los Angeles Lakers im Play-off-Halbfinale mit einem "Buzzer-Beater" zum zweiten Sieg im zweiten Spiel geführt. Im Duell mit den Denver Nuggets traf der siebenmalige Allstar in der Schlusssekunde per Dreier zum 105:103-Endstand. L.A. kann sich in der Nacht zu Mittwoch mit einem weiteren Erfolg in der Best-of-Seven-Serie vier Matchbälle holen. Mit 31 Punkten war Davis, Olympiasieger von London, bester Werfer des Abends. LeBron James steuerte zum Sieg 26 Punkte und elf Rebounds bei. Bei den Nuggets glänzte erneut der Serbe Nikola Jokic (30 Punkte). Setzen sich die Lakers im Westen durch, treffen sie im Finale auf Miami Heat oder die Boston Celtics mit dem deutschen Nationalspieler Daniel Theis. Boston liegt im Osten 1:2 zurück.

© SZ.de/dpa/sid/jbe/ska
Maya Gabeira - Billabong Pro Surf, Praia da Barra. Rio de Janeiro/RJ, Brasil - 12/05/2011. x(55)xWagnerxMeierx/xFotoare

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