Sportdirektor von RB:"Wunschkandidat" Eberl kommt tatsächlich nach Leipzig

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Sportdirektor von RB: Sportdirektor Max Eberl wird bei RB Leipzig gut zu tun haben - derzeit läuft es nicht perfekt bei den Sachsen.

Sportdirektor Max Eberl wird bei RB Leipzig gut zu tun haben - derzeit läuft es nicht perfekt bei den Sachsen.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Die Ablöse ist beträchtlich: Gladbachs ehemaliger Sportchef Max Eberl tritt kurz vor Weihnachten eine neue Stelle an - in Leipzig trifft er auf einen alten Bekannten.

Von Javier Cáceres

Die monatelange Suche des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig nach einem neuen Sportdirektor ist endgültig beendet: Max Eberl, 48, zuletzt Manager bei Borussia Mönchengladbach, wird am 15. Dezember die seit dem Abschied von Markus Krösche (zu Eintracht Frankfurt) vakante Stelle bei den Leipzigern antreten. Das gaben RB und Eberls bisheriger Arbeitgeber Mönchengladbach am Montag zeitgleich bekannt. Leipzigs Klubchef Oliver Mintzlaff sagte, in Eberl sei der "absolute Wunschkandidat" verpflichtet worden. Man freue sich sehr, "die Zusammenarbeit im Dezember beginnen zu können".

Eberls Vertrag in Gladbach, der im Dezember 2020 noch bis Mitte 2026 verlängert worden war, wurde aufgelöst, teilte die Borussia mit. Gladbach und Leipzig einigten sich auf eine Ablösesumme, über die offiziell Stillschweigen bewahrt wurde.

Nach Angaben der Bild-Zeitung einigten sich Gladbach und Leipzig auf einen Betrag von 2,5 Millionen Euro, der durch erfolgsbezogene Prämien um eine weitere Million Euro anwachsen könne. Nach SZ-Informationen liegt die Summe allerdings deutlich höher. Sie könnte demnach, wenn Leipzig die kommenden fünf Jahre ähnlich erfolgreich gestaltet wie die vergangenen fünf, auf bis zu sieben oder acht Millionen Euro anwachsen - und auch der Sockelbetrag liege oberhalb der 2,5 Millionen. "Mit RB haben wir in guten und fairen Gesprächen eine Einigung erzielt, die unseren Vorstellungen entspricht", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Eberl könnte richtig teuer werden für RB Leipzig

Eberl hatte Ende Januar 2022 seine Arbeit in Gladbach aufgegeben. Bei einer emotionalen Pressekonferenz hatte er gesundheitliche Gründe für den Schritt angeführt. Er sei "erschöpft und müde", erklärte Eberl seinerzeit unter Tränen. Die folgenden Monate nutzte Eberl, um auszuspannen. "Ich bin dankbar für die für mich notwendige Zeit der Erholung und fühle mich wieder bereit und voller Kraft, im Fußball arbeiten zu wollen", wurde Eberl nun in der Mitteilung von RB Leipzig zitiert.

Über Borussia Mönchengladbach, wo Eberl 23 Jahre als aktiver Profi und dann in Leitungspositionen tätig war, fand sich keine Silbe. Möglicherweise spielten hier die Vorkommnisse vom vergangenen Samstag eine Rolle. Beim Bundesliga-Spiel zwischen Gladbach und RB Leipzig (3:0) war Eberl von vielen Borussia-Fans in Grund und Boden beleidigt worden. Vor dem Spiel kursierte eine Wortmeldung des Gladbacher "Fanprojekts", in der Eberl unterstellt wurde, seinen Abschied von langer Hand geplant und mithin unredlich gehandelt zu haben. Eberl hatte zuletzt auf Anfragen der SZ nicht reagiert.

Er trifft in Leipzig auf einen alten Bekannten: Marco Rose. Der neue RB-Coach war bis 2021 für zwei Spielzeiten Trainer der Gladbacher gewesen und dann nach Dortmund gewechselt. Dort schied er nach nur einer Saison aus. Rose hat erklärt, sich bereits in den vergangenen Monaten mit Eberl ausgetauscht zu haben. Dem Vernehmen nach war Roses Einstellung als RB-Trainer mit Eberl abgesprochen; in die Verhandlungen soll er aber nicht eingebunden gewesen sein. Rose freut sich auf die Zusammenarbeit, er schätze Eberl als einen "absoluten Fußballfachmann" - genauso pries ihn auch RB-Chef Mintzlaff an.

Für ihn ist die Berufung Eberls ein Befreiungsschlag. Nach dem Abgang von Krösche vor mehr als einem Jahr hatte Mintzlaff wiederholt erkennen lassen, dass ein neuer Sportdirektor quasi schon gefunden sei. Doch nichts geschah - auch weil zu Beginn des Jahres die Verpflichtung des früheren Bundesligaprofi Igli Tare, seit 2008 bei Lazio Rom tätig, scheiterte. "Es war sicherlich ein relativ langer Zeitraum, bis wir diesen seit fast eineinhalb Jahren vakanten Posten des Sportdirektors neu besetzen konnten. Doch uns war immer wichtig, dafür einen absoluten Top-Mann zu holen, der RB Leipzig langfristig weiterentwickeln und auf das nächste Level heben kann", teilte Mintzlaff nun mit. Eberl soll es schaffen.

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