Dortmunds Julian Weigl:"Du wirst sehr schnell hochgejubelt"

Julian Weigl Borussia Dortmund Fussball München Allianz Arena 31 03 2018 FC Bayern München; Julian Weigl Borussia Dortmund

Ist wieder da: Julian Weigl.

(Foto: imago/Lackovic)

Von Christof Kneer und Philipp Selldorf

Beim legendären Hinspiel stand Julian Weigl bis zum Schluss auf dem Platz, ein Vergnügen war das nicht für ihn. Der 22-Jährige trug zwar dazu bei, dass Borussia Dortmund gegen Schalke 04 zur Pause 4:0 in Führung lag, aber er hatte auch seinen Anteil daran, dass der BVB den Vorsprung einbüßte und den Abpfiff beim Stand von 4:4 als Erlösung erlebte.

Die Erinnerungen an dieses Spiel bedeuten ein Stück Extramotivation, sagt Weigl vor der nächsten Auflage des ewigen Revier-Duells im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Wir wissen genau, was diese Begegnung unseren Fans bedeutet. Und mit einem Sieg wären wir wieder vor Schalke. Das muss unser Ziel sein."

"Das ist für einen jungen Kerl nicht einfach"

Nach zwei fast perfekten Jahren in Dortmund lernt Weigl in seiner dritten BVB-Saison erstmals die Probleme kennen, die einem Talent im Land des Talente-Booms drohen. "Als ich in Dortmund ankam, hatte ich ja nichts zu verlieren. Thomas Tuchel hat mich gleich spielen lassen, ich war auf der Welle."

Weigl selbst habe aber gemerkt, wie schnell die Erwartungen wuchsen: "Das ist für einen jungen Kerl nicht einfach. In solchen Phasen beginnt man mit jedem Pass zu hadern, der nicht ankommt. Das Schwierigste ist dann, sich selber einzugestehen, dass es nicht immer so weitergehen kann."

Für junge Spieler werde es heutzutage "immer schwerer, eine klare Selbsteinschätzung zu behalten. Du wirst sehr schnell hochgejubelt und sehr schnell verglichen. Die Gefahr ist, dass viele Talente sich dann besser sehen, als sie schon sind. Ich kenne welche, die sind daran zerbrochen - weil man umso schneller in die Kritik kommt oder gar in Vergessenheit gerät, wenn die nächsten 18-Jährigen nachdrängen."

Was Weigl von seinem Förderer Thomas Tuchel hält und wie ihn seine Zeit beim TSV 1860 München abgehärtet hat, lesen Sie mit SZ Plus:

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