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Dopingfall Lance Armstrong:Gegenwind frischt kräftig auf

Es könnte die Woche der Wahrheit für Lance Armstrong werden. Wenn die US-Dopingagentur Usada diese Woche ihre Akten zum Dopingfall Armstrong dem Radsportverband UCI übergibt, ist für den siebenmaligen Tour-Sieger die Frage: Wird der Verband die lebenslange Sperre bestätigen? Experten sprechen derweil von Anzeichen für Blutdoping im Jahr 2009.

Hält sich die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada an die eigene Zeitvorgabe, ist dies die Woche der Wahrheit für Lance Armstrong. Den siebenmaligen Tour-de-France-Gewinner aus Texas hat sie bereits lebenslang gesperrt, rückwirkend bis 1998, nun soll der Radsport-Weltverband UCI dieses Urteil vollziehen - sobald ihm das Beweispaket der Usada zugegangen ist; bis Samstag soll dies geschehen.

File picture of Lance Armstrong looking out from the doping control van after the 144.5km fourteenth stage of the Tour de France cycling race in the French Pyrenees

Lance Armstrong wartet auf das Urteil durch den Radsportverband UCI. 

(Foto: Reuters)

"Ich genieße gerade die Ruhe vor dem Sturm", lässt sich eine Person aus dem umfänglichen Zeugen-Kreis gegen Armstrong vernehmen. Dabei frischt der Wind schon jetzt kräftig auf. Michael Ashenden, ein Pionier der Blutdoping-Analytik, legt in diversen kalifornischen Online-Medien dar, dass die in Armstrongs biologischem Pass bei der Tour de France 2009 festgehaltenen Blutwerte deutlich auf eine Manipulation hinweisen würden.

Ashenden teilte dem San Francisco Chronicle zu Wochenbeginn mit, Armstrongs Blutprofile über jene Tour- Wochen zeigten zwei Belastungsindizien an: ein deutliches Absinken der Produktion roter Blutzellen; dazu ein sehr geringer Verlust an Blutkonzentration, deutlich weniger als die für ein dreiwöchiges Etappen-Rennen üblichen zehn Prozent. Armstrong hatte die Tour 2009, den ersten von zwei Comeback-Versuchen, tief enttäuscht als Dritter beendet.

"Eine unterdrückte Produktion roter Blutkörperchen ist ein klassisches Anzeichen für Blutdoping", teilte Ashenden per E-Mail mit. Der Körper reagiere "auf die Gegenwart von überschüssigen Erythrozyten, die im Umlauf sind, mit der Unterdrückung der Produktion junger Blutzellen aus dem Knochenmark".

Der renommierte australische Dopingforscher erklärt weiter, er habe schon vor drei Jahren auf diese Ungereimtheiten hingewiesen, als er einer Expertengruppe angehörte, die für die UCI die Blutpässe erstellte. Jedoch habe allein der Weltverband zu entscheiden, welche Blutprofile ausgewertet werden. Als sie der UCI die Blutpass-Datei übergab, hätte sich die Expertengruppe daher auf ein angemessenes Vorgehen verlassen müssen.

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