DFB-Pokal:Dortmund scheitert mit Außenseiterfußball in Stuttgart

DFB-Pokal: Serhou Guirassy trifft zum 1:0, Nico Schlotterbeck und Gregor Kobel (v.l.) schauen hinterher.

Serhou Guirassy trifft zum 1:0, Nico Schlotterbeck und Gregor Kobel (v.l.) schauen hinterher.

(Foto: Wolfgang Frank/Imago/Eibner)

Borussia Dortmund ist beim 0:2 im Pokal-Achtelfinale in Stuttgart deutlich unterlegen. Der VfB spielt erstaunlich guten Fußball - der BVB sucht weiter nach einem Stil, der zur Mannschaft passt.

Von Felix Haselsteiner

Der Effekt ist bekannt und gut dokumentiert: Sobald sich ein paar Prominente an einem Ort sammeln, kommen immer mehr dazu, und auf einmal entsteht dann eine vom Boulevard als Promi-Hotspot getaufte Location. In Cannes war das einst so, in Kitzbühel, auf Ibiza - und auch im Stuttgarter Bezirk Cannstatt setzt die fußballerische Version einer solchen Entwicklung inzwischen ein.

Am Mittwochabend etwa fanden sich auf der im Umbau befindlichen Ehrentribüne unter anderem der Bundestrainer, dessen Freundin Lena Wurzenberger sowie der Vater des Stuttgarter Trainers Sebastian, Dieter Hoeneß, in der schwäbischen Kälte ein, um sich das Pokal-Achtelfinale zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund anzusehen. Angelockt wurden sie von der großen fußballerischen Promi-Dichte auf dem Platz: von altbekannten, aber gern gesehenen Figuren wie Mats Hummels, von inzwischen etablierten Gesichtern wie dem Stürmer Niclas Füllkrug, vor allem aber wegen dieser frechen Newcomer im weißen Trikot mit dem roten Brustring, die den Altstars schon wieder die Show stahlen beim 2:0-Sieg des VfB Stuttgart.

Stuttgart hat 61 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte, Dortmund verteilt Einladungen

Waldemar Anton, Chris Führich und Deniz Undav, das ist die neue deutsche Fußballpromi-Welle im Herbst vor der Heim-EM, die jeder sehen will und der längst ein Ruf vorauseilt, der auch Dortmunds Trainer Edin Terzic erreicht hat. Der hatte am vergangenen Sonntag im Bundesliga-Spiel gegen die ebenfalls prominent gut aufgelegte Mannschaft von Bayer Leverkusen schon mit einer beachtlich passiven Defensivtaktik vorgelegt - die er nun erneut anwendete.

Daraus ergab sich über 45 Minuten im Spiel des Beinahe-Meisters gegen den Relegations-Sieger eine Konstellation, die man so Ende Mai nicht hatte vorhersehen können. 61 Prozent Ballbesitz hatte der VfB in der ersten Halbzeit und mehrere gute Chancen, allein Undav und Serhou Guirassy im Sturm fehlte die Magie im Abschluss. Einladungen verteilte der BVB genug, meistens in Form von Fehlpässen im Spielaufbau - bis auf einen Lattenschuss von Marcel Sabitzer (19. Minute) hatten die Dortmunder keine nennenswerten Aktionen in der gegnerischen Hälfte.

Die Führung für die Stuttgarter durch Guirassy war daher in der 54. Minute überaus verdient: Sowohl der Steckpass von Enzo Millot als auch Guirassys Abschluss schlüpften auf dem Weg Richtung Tor durch Dortmunder Defensivbeine, es war eine Szene, die daher zur Leistung des BVB passte - wenngleich sie ein Aufbäumen zur Folge hatte.

Minute für Minute befreiten sich die Dortmunder in der Folge von ihrer abwartenden Struktur und wurden immer besser: In der 60. Minute erzielte Jamie Bynoe-Gittens den Ausgleich, der aufgrund einer Abseitsposition allerdings nicht zählte. Das Aufbäumen war letztlich auch von wenig Ertrag gekennzeichnet: In der 77. Minute griffen wiederum die Stuttgarter an, Silas Katompa Mvumpa drückte den Ball über die Linie. Die Vorlage kam diesmal von einem, der unter all den aufstrebenden Cannstattern etwas untergeht, aber maßgeblich verantwortlich war für den Einzug ins Viertelfinale: Maximilian Mittelstädt spielte einen sehr feinen Steckpass - und auf der Tribüne wurden die Köpfe zusammengesteckt. Prominenz auf der deutschen Außenverteidigerposition wird schließlich noch gesucht.

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