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DFB-Elf vor dem Irland-Spiel:Sorgen um die Dortmunder Krankenakte

Training & Press Conference - Germany

Letzter Klopp-Schüler: Mats Hummels wird in der WM-Qualifikation dabei sein - als einziger Dortmunder.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Nur Mats Hummels repräsentiert derzeit noch den BVB in der Nationalmannschaft, alle übrigen Kandidaten haben sich für die WM-Qualifikation verletzungsbedingt abgemeldet. Der Bundestrainer begegnet der Personal-Situation entspannt, bei der Borussia wachsen die Bedenken wegen Überbelastung.

Als vor zwölf Jahren die letzten Tage des deutschen Fußballs drohten, gehörte auch Oliver Bierhoff dem Sonderkommando an, das der DFB zur Rettung vor dem Untergang in die Ukraine schickte. Dank seines Charismas führte der schnauzbärtige Einsatzleiter Rudi Völler sein Fähnlein in Kiew zu einem Unentschieden und vier Tage später in Dortmund zu einem 4:1-Sieg, der den Deutschen doch noch die Zulassung zur WM 2002 brachte.

Die Abwendung des größten anzunehmenden Unheils ist als Heldenlegende in die Geschichte eingegangen - doch der Held Bierhoff kann sich kaum noch an die sagenhaften Einzelheiten erinnern. "In solchen Sachen bin ich leider ganz schlecht", sagt er.

Zum ohnehin schwachen Gedächtnis für historische Details hat Bierhoff in diesen Tagen außerdem ein Denkverbot erlassen. Kiew, die Ukraine, die Angst in der Heimat, all diese finsteren Reminiszenzen hat der DFB-Teammanager aus seinem Bewusstsein verbannt, obwohl dem deutschen Fußball, streng genommen, in diesem Herbst ein ähnliches Los droht. Eine unglückliche Niederlage am Freitag gegen Irland und noch eine unglückliche Niederlage beim möglichen Gruppenendspiel in Schweden am nächsten Dienstag - schon wäre die Schreckensvision Wirklichkeit.

Fußball-WM Bericht zur WM-Vergabe wird erst 2014 fertig
Untersuchung der Fifa

Bericht zur WM-Vergabe wird erst 2014 fertig

Der Weltfußballverband Fifa untersucht derzeit die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Ergebnisse wird es allerdings frühestens 2014 geben. Die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europaparlament nimmt indes die Fifa in die Pflicht wegen der offenbar menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in Katar.

Aber Bierhoff fasst es beinahe als Beleidigung auf, wenn man ihn mit solchen Phantasien konfrontiert, "das schließe ich gedanklich aus", sagt er, "im Fußball ist zwar alles möglich, aber das darf nicht sein, das wäre eine zu große Enttäuschung". Seine Zuversicht geht so weit, dass die Überlegungen bereits dem Spiel gegen Schweden gelten.

Bierhoff verspricht, die deutsche Mannschaft werde auch dann den gebotenen Einsatz zeigen, wenn sie sich gegen Irland bereits für die WM in Brasilien qualifiziert haben sollte: "Wir haben nach dem 4:4 im Hinspiel eine Rechnung offen, solche Dinge bleiben haften. Und das gebietet auch die sportliche Fairness gegenüber den Österreichern", sagt er. In Österreich, wo man noch auf den zweiten Gruppenplatz hofft, wird bereits die Sorge thematisiert, die Deutschen könnten die Aufgabe in Stockholm etwas leichter angehen.

Bierhoff hat natürlich Recht, wenn er feststellt, die Ausgangslage im Jahre 2001 sei mit der Situation im Jahre 2013 nicht zu vergleichen. Die Nationalmannschaft befand sich damals am Beginn eines Zeitenwechsels, deutsche Fußballer waren Seltenheiten in der Bundesliga und mussten unter Artenschutz gestellt werden, was Rudi Völler zumindest einen Vorteil gegenüber seinem Nachfolger Joachim Löw verschaffte: Er musste keinem Helden und erst recht keinem Schützenkönig beibringen, dass er nicht mehr in den Kader passt.