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DFB-Elf bei der Fußball-WM:Vereint gegen Gemeinheiten von außen

World Cup 2014 - Germany Training

Die DFB-Elf bildet einen Kreis, in der Mitte der Bundestrainer.

(Foto: dpa)

Die WM strapaziert nicht nur die Körper, sondern auch die Gemüter: Die Nationalmannschaft wappnet sich gegen externe Angriffe - das ist nicht neu und muss für die Form nicht schlecht sein.

Von Philipp Selldorf, Santo André

Nach den Darstellungen der berufs- und gewohnheitsmäßigen Kommentatoren hat sich Per Mertesacker am Montag nach dem Spiel gegen Algerien in ein Monstrum verwandelt. In eine böse Kreatur und ein Frankenstein-Wesen namens "Wut-Per", und zwar deshalb, weil er in einem sogenannten Flash-Interview kurz nach dem Abpfiff widerborstig auf Fragen des ZDF-Reporters Boris Büchler reagierte.

Mertesacker hat Büchler nicht geschlagen, er hat auch nicht geflucht und niemanden beleidigt, sondern bloß gemotzt ("Was soll die Fragerei?") und ein wenig Luft abgelassen. Aber das Interview war trotzdem sofort ein Thema für den öffentlichen Diskurs. Eine Grundsatz- debatte über die Spezies der Profifußballer, über die DFB-Pressepolitik und über die Institution des "Flash-Interviews" entbrannte, und Oliver Pocher hat wie üblich eine billige Satire draus gemacht. Die Nachrichtenagenturen begleiteten die nichtige Begebenheit, als ob es sich um einen schwer wiegenden Zwischenfall gehandelt hätte. dpa zum Beispiel sendete einen Text unter der Überschrift: "Rasend vor Wut - Promi-Ausraster vor laufender Kamera".

Mertesacker ist kein Monster, er ist auch nicht der Raserei verfallen. Aber wütend war er, das stimmt. Bevor Büchler das Wort an ihn richten konnte, hatte der Nationalspieler schon gegen die im Hintergrund platzierte Stellwand mit den Sponsorenlogos getreten. Nicht etwa deshalb, weil ihm die Sponsoren missfallen, sondern weil in Mertesacker noch all die widerstreitenden Emotionen des mehr als zweistündigen Spiels tobten.

Da ahnte der Reporter, dass es wohl besser wäre, den Gesprächspartner erst mal ein wenig zu beruhigen. Der Versuch, eine freundliche Atmosphäre herzustellen, in dem er seinem Gegenüber zum Sieg gratulierte, blieb jedoch ohne Erfolg. Mertesacker ließ sich nicht besänftigen.

Was nichts mit dem Journalisten Boris Büchler und dessen Fragen zu tun hatte. Vermutlich hätte er auch jeden anderen Interviewer angemotzt, selbst dann, wenn es Vanessa Huppenkothen gewesen wäre, die angeblich die schönste Reporterin der WM ist (sie arbeitet beim mexikanischen Fernsehen, spricht aber dank deutscher Herkunft die deutsche Sprache).

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