Fall Özil DFB-Integrationsbeauftragter Cacau findet Rassismusvorwurf "falsch"

Der ehemalige Nationalspieler und jetzige DFB-Integrationsbeauftragte Cacau

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)
  • Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau findet Özils Rassismusvorwurf an den DFB falsch, sieht aber auch Fehler beim Verband.
  • Der DFB habe in der Debatte keine klare Richtung verfolgt.
  • Ob Verbandschef Grindel zurücktreten solle, sei im Moment "schwer zu sagen".

Cacau, Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes, hat den zurückgetretenen Nationalspieler Mezut Özil kritisiert, aber auch Vorwürfe gegen die DFB-Führung erhoben. Auf die Frage, ob ein Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel hilfreich wäre, sagte er am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen": "Das ist im Moment schwer zu sagen, weil die Diskussion dann doch sehr emotional ist."

In der Bild-Zeitung hatte Cacau die Rassismusvorwürfe Özils als "sehr hart" bezeichnet. Er habe in seinen Jahren beim DFB nichts Derartiges erlebt, obwohl auch er erkennbar einen Migrationshintergrund habe. Der 37-Jährige ist gebürtiger Brasilianer.

Cacau sieht auch Fehler beim DFB

Özil sei ein hochtalentierter Spieler, da seien die Erwartungen hoch. "Eine Kritik, die man an einem Spieler auch mit Migrationshintergrund übt, ist nicht gleich Rassismus." Wenn es rassistische Aussagen aus der Bevölkerung gibt, müsse man natürlich massiv dagegen vorgehen. "Aber auf jeden Fall ist der Rassismusvorwurf gegen den DFB einfach falsch", sagte Cacau weiter.

Aus seiner Sicht habe aber nicht nur Özil mit seinem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und dem langen Schweigen danach Fehler gemacht. "Sondern auch der DFB, der nicht von vorneherein klar eine Richtung gegeben hat und diese Richtung dann auch befolgt hat. Das war heute eine Aussage und morgen eine andere. Und das war schwierig", kritisierte der frühere Nationalspieler, der seit 2016 Integrationsbeauftragter beim Deutschen Fußball-Bund ist. "Man muss das klar, transparent und offen ansprechen." Das sei im Moment aber leider nicht der Fall.

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