DFB-Boss Wolfgang Niersbach:Kritiker wünschen sich mehr Klarheit

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Von Niersbach sind bisher keine Lösungsvorschläge für die Griechenland-Krise bekannt, aber auch nur wenige andere Initiativen. Niersbach selbst fühlt sich diesbezüglich zwar "nicht korrekt bewertet" und sagt, es sei "nichts liegen geblieben", doch viele Kritiker wünschen sich ein klareres Profil.

Auch fußballintern gibt es einige Baustellen. Schon ewig debattiert der DFB über ein Leistungszentrum, doch ob es jemals kommen wird, ist immer noch ungewiss; die strukturierte Nachwuchsarbeit ist zumindest erschwert, weil es seit dem Abschied von Robin Dutt keinen Sportdirektor gibt und auch erst nach der WM 2014 in Gestalt von Hansi Flick ein neuer kommt; dabei stehen schon jetzt maßgebliche Entscheidungen an.

Die Probleme des Amateurbereichs hat Niersbach zumindest noch so rechtzeitig vor dem Bundestag entdeckt, dass er dort eine 2,5 Millionen Euro teure Kampagne für die Aufwertung des Ehrenamtes vorstellen und den Mitgliederschwund bei den Zehn- bis 14-Jährigen thematisieren will.

Zudem fällt auf, wie konfliktscheu Niersbach ist. Harmonie in der Fußballfamilie ist ihm wichtig, national wie international. In der Verbandszentrale hat er nach den unruhigen Schlusstagen der Zwanziger-Ära ein Team von loyalen Mitstreitern um sich geschart. Als sich rund um die Suche nach einem neuen Sportdirektor ein Konflikt zwischen DFB und Deutscher Fußball-Liga (DFL) entspann und DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig via FAZ einen heftigen Angriff auf den DFB fuhr, hielt sich Niersbach in der Öffentlichkeit zurück.

Auch bei den Eskapaden der Fifa tut er das in der Regel, seien es die Berichte über menschenunwürdige Zustände auf den Baustellen für die WM 2022 oder das Wissen von Sepp Blatter über Zahlungen der ISL; andere wie der DFL-Chef Reinhard Rauball melden sich da eher zu Wort.

Zur Uefa wiederum sind ohnehin keine kritischen Einlassungen zu erwarten, die führt schließlich sein enger Freund Michel Platini, als dessen Nachfolger er bisweilen schon gehandelt wird, was derzeit aber eher unwahrscheinlich erscheint. Aber dafür erhöht Niersbachs Auftreten die Chancen, dass die Deutschen die EM in elf Jahren tatsächlich bekommen.

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