Champions League: Real Madrid:Die Feuerprobe

Ob Mourinho auf diese Herausforderung eingeht? Oder ob er doch eher dem Impuls nachgibt, sein Team auf Defensive und Konter einzuschwören, wie er es beim FC Porto, bei Chelsea und bei Inter Mailand getan hat? Spannung versprechen auch andere Fragen. Etwa, wie viele Freiheiten Mesut Özil genießen wird. Und wie sich der 22-Jährige im Angesicht aggressiver Gegner schlagen wird.

Champions League: Real Madrid: Zwei Real-Madrid-Kenner in Reihen des AC Mailand: der Brasilianer Robinho und der Schwede Zlatan Ibrahimovic.

Zwei Real-Madrid-Kenner in Reihen des AC Mailand: der Brasilianer Robinho und der Schwede Zlatan Ibrahimovic.

(Foto: AFP)

Denn: So unbestritten es auch ist, dass alle Partien, in denen Reals Spiel ein verführerisches Aroma versprühte, Özils Stempel trugen - so drängte sich stets auch der Eindruck auf, dass er vor allem dann brillierte, wenn er Räume hatte. Womöglich dürfte Mourinho den Deutschen dazu drängen, fast so viel defensive Arbeit zu verrichten wie Sami Khedira, der zweite, am Wochenende ebenfalls hochgelobte deutsche Nationalspieler.

"Was man sehen kann, ist, dass unsere Balleroberung weit vorne stattfindet - und dass dann versucht wird, schnell umzuschalten", sagt Reals Sportdirektor Miguel Pardeza, ein ehemaliger Real-Profi. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Özil, der den Keim des gegnerischen Spielaufbaus ersticken soll. Beim 4:1 in Málaga entstand aus einer Balleroberung Özils ein Treffer für Real; ein großartiger Lohn für eine aufreibende Aufgabe.

Zehn Kilometer pro Partie

Keine Offensivkraft absolviert bei Real ein größeres Laufpensum als der junge Mann aus Gelsenkirchen: rund zehn Kilometer pro Partie. "In Deutschland hatte er weniger Verantwortung, weniger Druck, weniger Anforderungen. Hier muss er arbeiten, Druck ausüben, Aspekte des Spiels beherrschen, die ihm weniger liegen", hat Mourinho erklärt. "Die 90 Minuten nehmen sich sehr hart für ihn aus. Doch so lange er Energie hat, macht er das sehr gut. Er ist ein Junge, der noch wachsen muss, doch er fühlt sich immer besser." Der AC Mailand dürfte der erste echte Praxistest werden.

© SZ vom 19.10.2010/dabi
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