BVB im Revierderby Schiri Zwayer besteht auf Richtigkeit

"Der Arm ist abgespreizt, die Auslegung sagt eindeutig, dass es eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche und somit ein strafbares Handspiel ist", erklärte Schiedsrichter Felix Zwayer nach der Partie. International und in Deutschland bestehe diese Auslegung seit Saisonbeginn, ergänzte Zwayer: "Es soll immer so gehandhabt werden. Fehler passieren auch uns Schiedsrichtern. Aber in dem Fall ist es sehr eindeutig nach Ansicht der Fernsehbilder." Allerdings wirkte der Schiedsrichter dabei nicht viel glücklicher als Favre, er sagte: "Wenn man mit dieser Regel an sich nicht einverstanden ist, dann sind die Schiedsrichter die ärmsten Schweine. Wir setzen das um, was vorgegeben wird."

Somit blieb am Ende für alle Beteiligten die Erkenntnis, dass Laufen und Springen ohne Armeinsatz ein schwieriges Unterfangen ist, was wiederum im Regelwerk nicht die nötige Beachtung findet. Was Lucien Favre wiederum zu den sehr grundsätzlichen Fragen führte: "Niemand weiß hier, warum das erfunden wurde. Woher kommt das? Warum machen wir das?"

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Für Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl sorgte derweil noch ein weiterer Randaspekt für Skepsis: Die fragliche Szene hatten weder Zwayer noch die Schalker im Spiel mitbekommen. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die Schalker großartig beschwert haben, es war kein großer Aufschrei zu spüren", sagte Kehl, "das Spiel ging weiter, drei Minuten später kam der Pfiff und wir haben uns gefragt: Was ist jetzt passiert?" Und es schwangen Zweifel daran mit, ob der Technik-Einsatz wirklich Sinn ergibt, wenn er unbeobachtete (und uneindeutige) Regelverstöße zu spielentscheidenden Momenten befördert.

Natürlich steckte in all der Dortmunder Aufregung auch viel Frust über das verlorene Derby. Es ist eine Niederlage, die ohnehin schon Kratzer an der Ehre hinterlassen hätte, und der Spielverlauf wurmte die Schwarz-Gelben offenbar so sehr, dass sie zunehmend die Nerven verloren: Durch zwei grobe Fouls von Marco Reus und Marius Wolf und die folgerichtigen Platzverweise brachten sich die Dortmunder fahrlässig um eine große Meisterschaftschance, zu neunt beendeten sie die Partie. Schon vor dem Abpfiff leerte sich das Stadion.

"Der Titel ist verspielt", sagte Lucien Favre - ehe er am Sonntag nach dem 1:1 der Bayern in Nürnberg doch noch einmal Hoffnung schöpfen durfte. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blieb unbeirrt: Man gebe erst auf, wenn es "rechnerisch nicht mehr möglich" sei: "Das ist unsere Verpflichtung den Fans gegenüber."

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