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Borussia Dortmund:Der BVB trotzt dem Schiri-Ärger

BVB: Marco Reus trifft gegen Borussia Mönchengladbach

Keine Einwände aus Köln, reguläres Tor! Marco Reus erzielt gegen den Gladbacher Torwart Yann Sommer das Siegtor für den BVB.

(Foto: Team2)
  • Trotz einer Grippe-Erkrankung und eines annullierten Tores sorgt Kapitän Marco Reus beim 1:0 gegen Gladbach für Erleichterung beim BVB.
  • Es folgen zwei Topspiele: erst in der Champions League bei Inter Mailand, dann das Derby auf Schalke.
  • Die Verunsicherung ist im Team aber weiter spürbar.

Michael Zorc war später vor allem erleichtert, dass er sich nicht öffentlich über das Schiedsrichterwesen echauffieren musste: "Gott sei Dank", sagte Dortmunds Sportdirektor, "war die Szene letztlich nicht spielentscheidend." So ist das im Fußball. Wenn nach Abpfiff das Ergebnis stimmt, ist man versöhnlich gestimmt, und das enge 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, den Spitzenreiter der Liga, sorgte dafür, dass sich die Kontroverse um die Ferse von BVB-Kapitän Marco Reus nicht zum Aufreger des Spieltags auswuchs. Mittendrin, mal wieder, die Videoassistenten.

Das tiefe Aufatmen der Dortmunder stellte Reus Sekunden nach Spielende mit der Pose eines Stoßgebets dar. Der Kapitän hatte sich trotz einer Grippe durchs Spiel gequält, sogar das Siegtor geschossen und damit erheblich dazu beigetragen, dass in Dortmund die heraufziehende Krisenstimmung erst einmal erstickt ist. Ganz nebenbei hatte Reus auch noch für die eigentliche Szene des Spiels gesorgt.

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Es lief die 33. Minute: Thorgan Hazard, in der Vorsaison noch beim Gegner unter Vertrag, hatte abgezogen, Gladbachs Torwart Yann Sommer bekam die Hände an den Ball, aber der Schuss war zu scharf, er klatschte ins Tor. Der Jubel im Stadion, das Ausrufen des Schützen, das alles lief ab wie immer, kein Gladbacher hatte etwas zu reklamieren - bis sich Schiedsrichter Stegemann an das Ohr und den kleinen Kopfhörer griff. In Köln wollte Video-Assistent Harm Osmers, selbst Bundesliga-Schiedsrichter, auf den Fernsehbildern entdeckt haben, dass die Ferse von Marco Reus zwei, drei Zentimeter im Abseits war.

Auf den Rängen ist der Unmut deutlich vernehmbar

Die Ferse also. Zu sehen auf einem Fernsehbild, dessen technische Bildauflösung ein solches Verdikt im Grunde unmöglich macht - zumindest wenn der Vorfall nur auf einem in diesem Fall sehr weitwinkeligen Kamerabild für alle Beteiligten zu sehen war. Und wenn man bedachte, dass laut Regelwerk gar nicht der Moment entscheidend ist, in dem der Ball den Fuß des Passgebers verlässt, sondern der Impuls des Abspiels, war die Verwirrung endgültig nachvollziehbar.

Die Interventionen aus Köln hatten damit aber kein Ende. In der 85. Minute, es stand inzwischen durch das Tor von Reus 1:0, meldete sich Köln erneut auf Stegemanns Ohr. Ein Treffer von Julian Brandt wurde ebenfalls annulliert, diesmal, weil Reus vor Torwart Sommer im Abseits durch dessen Sichtlinie gelaufen war. Zorc mochte das ebenso entspannt kommentieren: "Man kann so was abpfeifen, aber Sommer hätte den Schuss von Brandt nie und nimmer halten können, egal, ob Marco sich da in die Schusslinie bewegt."

Der Unmut über die strittigen Entscheidungen, die aus dem Videokeller den Schiedsrichtern auf dem Feld zugerufen werden, war von den Rängen, und zwar nicht nur von der meist überaufgeregten Südtribüne, deutlich zu hören. "Die Abseitsregel", so Zorc, "enthält ja nicht umsonst den Begriff der gleichen Höhe von zwei Spielern. Die Video-Assistenten sollen nur eingreifen, wenn es klare Fehlentscheidungen des Schiedsrichters auf Platz gibt. Das war hier nicht der Fall."