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BVB gewinnt gegen den FC Bayern:Lewandowski mit der Hacke

Dass der Siegtreffer durch glückliche Wendungen - Kevin Großkreutz traf den Ball nicht richtig, Arjen Robben hob das Abseits auf, Robert Lewandowski lenkte den Ball mit der Hacke über Linie - begünstigt wurde, steht außer Frage. Nur haben sich die Dortmunder den Treffer und auch den Sieg nicht erduselt, sie haben ihn erzwungen und verdient.

Der FC Bayern wankte lange Zeit nicht - er war aber auch nicht wirklich gefährlich. In der ersten Halbzeit war ein Kopfball von Mario Gomez zu vermerken und ein Distanzschuss von Toni Kroos. Mehr nicht. In der zweiten Halbzeit wirkten die Münchner dominanter, es gab einige schöne Dribblings von Franck Ribéry, David Alaba und Arjen Robben, doch für das Zählen der Torchancen hätte auch in diesem Abschnitt eine Hand ausgereicht.

Wäre die Schlussphase nicht überaus dramatisch gewesen - Ribéry schoss knapp vorbei, Robben vergab einen Elfmeter und eine Riesenchance, beide Vereine trafen die Latte -, hätte Kehl nicht einschränken müssen: "Ich glaube, dass der neutrale Zuschauer zugeben wird, dass wir diese Partie verdient gewonnen haben." Er hätte sagen können, dass selbst Fans des FC Bayern anerkennen müssten, dass da die bessere Mannschaft gewonnen hat.

"Sportlich haben wir zuletzt gezeigt, dass wir mithalten können", sagte Kehl. Dazu werten die Dortmunder den Zugang von Marco Reus zur kommenden Saison als Zeichen, auch in anderen Bereichen aufgeholt zu haben. "Dennoch sind wir noch Jahre entfernt", gab Kehl an. Die Dortmunder haben Respekt vor dem FC Bayern, aber keine Angst mehr.

Die Münchner vermieden es nach der Niederlage, von einer Entscheidung in der Liga zu sprechen. "Die Chancen in der Meisterschaft liegen jetzt bei Dortmund, für uns wird es jetzt sehr schwierig mit dem Titel", sagte etwa Jupp Heynckes. Sportdirektor Christian Nerlinger gratulierte zum Sieg, nicht aber zur Meisterschaft. Die Spieler wählten ähnliche Worte, der Tenor war: Wir haben verloren, aber wir geben noch nicht auf. Die Aussagen wirkten nicht zuversichtlich oder trotzig - sondern so, als hätte ihnen jemand geraten, genau das zu sagen.

Jürgen Klopp übrigens stand nach dem Abpfiff auch lange herum. Das war in der Interviewzone, als er darauf wartete, Jupp Heynckes zur Pressekonferenz zu begleiten. Klopp stand einfach nur da und starrte auf einen Bildschirm. Dort wurde die Tabelle der Bundesliga gezeigt. Eine Minute lang stand Klopp da, sah auf den Bildschirm und lächelte. An dieses Bild könnten sich die Münchner gewöhnen müssen.

© Süddeutsche.de/hum/lala
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