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Bundesliga:Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor

RB Leipzig v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Hatten Spaß: die Leipziger Nordi Mukiele (rechts) und Christopher Nkunku.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • RB Leipzig demütigt Mainz zund schafft beim 8:0 den höchsten Sieg des Klubs in der Bundesliga.
  • Gladbach bleibt Tabellenführer, Dortmund ist nun Zweiter.
  • Union Berlin gewinnt das Derby gegen Hertha BSC, die Partie muss wegen Pyro-Geschossen unterbrochen werden.
  • Wer ist Tabellenführer? Hier geht's zur Tabelle.

RB Leipzig - 1. FSV Mainz 05 8:0 (5:0), Tore 1:0 Sabitzer (5.), 2:0 Werner (30.), 3:0 Nkunku (36.), 4:0 Halstenberg (39.), 5:0 Poulsen (44.), 6:0 Werner (48.), 7:0 Mukiele (50.), 8:0 Werner (87.)

Wer kein Herz aus Beton in sich trägt, musste an diesem Nachmittag Mitleid mit dem 1.FSV Mainz 05 verspüren. Es war ein Orkan, der die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz in Leipzig erfasste - die Mainzer wurden mitgerissen und taumelten völlig hilflos umher. Gleich fünf Tore fingen sich die Mainzer in der ersten Halbzeit ein: Erst traf Marcel Sabitzer, dann Timo Werner, anschließend Christopher Nkunku, Marcel Halstenberg und Yussuf Poulsen. Kurios: Drei Treffer erkonterten sich die Leipziger im eigenen Stadion.

Fünf Tore in einer Halbzeit, doch die Leipziger machten erbarmungslos weiter. Zweimal Werner und Mukiele erhöhten nach der Pause, am Ende hieß es Achtnull. "Es ist unglaublich, wir können selbst kaum fassen, was hier passiert. Wie wir von der ersten Sekunde an gespielt haben, war schon Wahnsinn", jubilierte Werner, der an sechs Treffern beteiligt war. Trainer Julian Nagelmann blieb cool: "Die Spieler sollen sich freuen, die haben das geleistet. Ich bin mit dem Kopf schon in der Vorbereitung auf das nächste Spiel."

Der Gegner aus Mainz steht nun schon bei 26 Gegentoren in dieser Saison - und ist damit schlechter als der SC Paderborn. "Wir haben den Kopf verloren", klagte Trainer Schwarz: "Wir hatten viel zu viele einfache Ballverluste, uns hat auch die Haltung komplett gefehlt. Und dann kommst du in so einen Torhagel."

Bundesliga Mit Boateng beginnt das Debakel Bilder
FC Bayern in der Einzelkritik

Mit Boateng beginnt das Debakel

Boateng fliegt als letzter Mann und vorletzter Innenverteidiger vom Platz, Neuer muss sich Frankfurter Gesänge anhören und Lewandowski kann nicht immer alles retten. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:2), Tore 0:1 Wendt (18.), 1:1 Volland (25.), 1:2 Thuram (42.)

Tabellenführer? Bleibt Borussia Mönchengladbach. Nach einem am Ende etwas glücklichen Auswärtssieg in einem tollen, rasanten Spiel bei Bayer Leverkusen. Gladbach steht damit seit vier Spieltagen ganz oben, das gab es seit 40 Jahren nicht mehr. "Wir wollen so lang wie möglich da oben bleiben", sagte Manager Max Eberl. "Das ist jetzt natürlich keine Eintagsfliege mehr", meinte auch Nationalverteidiger Matthias Ginter.

Das 0:1 fiel nach wirklich herausragender Vorarbeit von Marcus Thuram, der sich auf der rechten Seite energisch durchsetzte, so dass Oscar Wendt in der Mitte nur noch einschieben musste. Nach dem Ausgleich für Leverkusen durch Kevin Volland war das dann Thuram selbst, der Gladbach wieder in Führung brachte. Für die Leverkusener endete der Nachmittag bitter: Leon Bailey sah nach einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit Rot. "Wenn er nachtritt, ist das dumm. Das muss er nicht machen", klagte sein Trainer Peter Bosz.

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 3:0 (0:0), Tore 1:0 Hazard (52.), 2:0 Guerreiro (58.), 3:0 Götze (88., Handelfmeter)

Geburtstagsgeschenk für Lucien Favre: Am 62. Geburtstag des Trainers besiegte der BVB den VfL Wolfsburg und klettert in der Tabelle vorbei am FC Bayern auf Rang zwei. Dabei sah es mindestens eine Halbzeit lang gar nicht danach aus: Wolfsburg spielte besser, hatte die beste Chance durch Lukas Nmecha, als dieser die Latte traf. Dortmund dagegen musste die neuerliche Verletzung von Marco Reus verkraften, der nach einer halben Stunde raus musste.

Doch Wolfsburg belohnte sich nicht. In der zweiten Halbzeit nutzte Dortmund seine Chancen plötzlich lässig, erst traf Thorgan Hazard, wenig später Raphael Guerreiro, schließlich Mario Götze kurz vor Schluss per Elfmeter. "Die erste Halbzeit war zäh. Nach dem 1:0 war dann auch wieder Spaß drin. Wir haben es danach zielstrebig zu Ende gespielt", sagte BVB-Profi Julian Weigl. Für den VfL Wolfsburg war es die erste Saisonniederlage in der Bundesliga, und die zweite binnen weniger Tage (nach dem 1:6 im Pokal gegen Leipzig).

Werder Bremen - SC Freiburg 2:2 (1:1), Tore 1:0 Rashica (9.), 1:1 Petersen (28.), 2:1 Gebre Selassi (59.), 2:2 Petersen (90.+3)

Es war ein schlimmer Nachmittag für Bremens Torwart Jiri Pavlenka. Wie er Nils Petersen im Strafraum auszuspielen gedachte, der Freiburger aber ein Bein dazwischenbekam und das Spielgerät abfing, anschließend unbedängt einschieben konnte. Pavlenka reagierte auf die einzig richtige Weise: Er lag bäuchlings auf dem Rasen und grub sein Gesicht in den Rasen.

Die Kollegen bügelten es für Pavlenka zunächst aus. Milot Rashica traf in der ersten Halbzeit per Fuß, Theodor Gebre Selassie in der zweiten per Kopf, Bremen steuerte dem Heimsieg entgegen - bis Petersen kurz vor Schluss per Kopf zum Ausgleich traf und Pavlenka am kurzen Pfosten wieder alles andere als souverän wirkte. "Der Nils macht es mit seiner Erfahrung sehr schlau", freute sich Freiburgs Trainer Christian Streich: "Ich bin zugegebenermaßen sehr glücklich über den Punkt. Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer."

Union Berlin - Hertha BSC 1:0 (0:0), Tor 1:0 Polter (87., Foulelfmeter)

Es waren unschöne Szenen an der Alten Försterei: Bengalos auf den Rängen und auf dem Rasen, Rauch in der gesamten Arena, fast wurde sogar ein Mitarbeiter von Union Berlin von einer Rakete aus dem Gästeblock getroffen. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte jedenfalls genug und schickte die Mannschaften für mehrere Minuten in die Kabinen. Erst als sich die Chaoten auf den Rängen beruhigt hatten, pfiff er das Berliner Derby wieder an. "Das ist einfach traurig, das hat mit Fußball nichts zu tun", sagte Aytekin nach dem Spiel bei Sky: "Wir haben das Spiel in Kontakt mit der Polizei zu Ende gebracht."

Rein sportlich gelang Union Berlin im ersten Bundesliga-Duell mit dem erfolgreicheren Stadtrivalen der bessere Start. Die Mannschaft drückte und stürmte, Hertha bekam die Partie erst nach der Pyro-Pause besser in den Griff - bis Aytekin einen umstrittenen Elfmeter pfiff (Foul von Dedryck Boyata an Christian Gentner) und auch nach Ansicht der TV-Bilder bei seiner Entscheidung blieb. Der eingewechselte Polter verwandelte zum umjubelten Siegtreffer. Nach dem Schlusspfiff flogen erneut Raketen aus dem Hertha-Block auf dem Platz. "Ich verstehe die Emotionen, aber das geht über die Grenzen hinaus. Das darf nicht sein", kritisierte Hertha-Trainer Ante Covic.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern 5:1 (2:1), Tore 1:0 Kostic (25.), 2:0 Sow (33.), 2:1 Lewandowski (37.), 3:1 Abraham (49.), 4:1 Hinteregger (61.), 5:1 Paciência (85.)

Am Ende wurde es eine historische Niederlage für den FC Bayern - 1:5, in Worten eins zu fünf, bei Eintracht Frankfurt. Pleiten in dieser Höhe werden bei den Münchnern normalerweise nicht akzeptiert, deshalb droht Trainer Niko Kovac eine ausgesprochen ungemütliche Woche. Kapitän Manuel Neuer sieht es bereits kommen, er sagte auf die Frage, wie die nächsten Tage werden: "Sehr unruhig." Kovac äußerte sich so: "Ich weiß, wie das Geschäft läuft. Ich bin nicht naiv oder blauäugig. Aber ich gebe nicht auf." Seine Vorgesetzten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge verließen das Stadion genauso wortlos wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Gleich zu Beginn hatte sich die Münchner Innenverteidigerproblematik noch einmal verschärft. Jérôme Boateng ließ als letzter Mann gegen Gonçalo Paciência das Bein stehen und flog mit Rot vom Platz. Da Niklas Süle und Lucas Hernández bekanntlich längerfristig ausfallen, standen nun David Alaba und Benjamin Pavard zusammen in der Zentrale. Nach 25 Minuten spielten die Frankfurter erstmals ihre Überlegenheit aus, Filip Kostic verwertete einen Abpraller von Alaba zur Führung. Die "besten Fans der Liga" (Kovac über die Frankfurter Anhänger) jubelten noch einmal deutlich lauter, als Djibril Sow wenige Minuten später auf 2:0 stellte.

Die Bayern blieben zunächst im Spiel, weil Robert Lewandowski (natürlich) kurz vor der Pause den Ball energisch im Frankfurter Tor unterbrachte. Doch in der zweiten Halbzeit wurde deutlich, wie unterlegen die Münchner tatsächlich waren. David Abraham, Martin Hinteregger und Paciência stellten für Frankfurt sogar auf 5:1. Kovac klagte konsterniert: "Nach der roten Karte war alles über den Haufen geworfen. Dennoch darf uns das am Ende nicht passieren. Es war heute nicht das, was wir von uns erwarten." Die Krisengespräche dürfen beginnen.

VAR des Tages: Diese Intervention aus Köln hatte sich gelohnt. Nach dem Foul von Bayern-Abwehrspieler Jérôme Boateng entschied Referee Markus Schmidt in Frankfurt zunächst auf Elfmeter und Gelb. Der Blick auf den Bildschirm zeigte Schmidt: beides war falsch. Er korrigierte sich, kein Elfmeter, weil sich das Foul außerhalb des Strafraums ereignete. Dafür nicht Gelb, sondern Rot für Boateng. Was den Bayern im Zweifelsfalls wohl lieber gewesen wäre?

Auswechslung des Tages: In Dortmund verletzte sich Schiedsrichter Tobias Welz nach einer guten halbe Stunde an der Wade, was einen durchaus kuriosen Ringtausch auslöste. Sein Assistent Martin Thomsen übernahm die Pfeife, der vierte Offizielle Marcel Pelgrim rückte für ihn an die Linie. Fünf Minuten Pause, dann war alles abgeschlossen. Welz brachte die Partie als vierter Offizieller zu Ende.

Bestmarke des Tages: Für die Leipziger war das 8:0 gegen Mainz der höchste Sieg des Klubs in der Bundesliga. Bislang stand die Bestmarke bei 6:0, aufgestellt am 17. Oktober 2018 gegen Nürnberg. Nun packte die Mannschaft noch einmal zwei Treffer drauf.

Bundesliga Die Anzeigetafel lügt nicht

Liveblog zu Frankfurt - Bayern

Die Anzeigetafel lügt nicht

Und dort steht in Worten: Frankfurt fünf, Bayern eins. Sowas bleibt im Kosmos des FC Bayern natürlich nicht folgenlos. War von Anfang an bei diesem denkwürdigen Spiel dabei: der SZ-Liveblog.