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Bayern-Präsident vs. Rauball:Abteilung Attacke: Hoeneß will Liga-Chef werden

Schiedsrichter-Affäre? Löws Vertragsverlängerung? Mehr Geld für die Kleinen? Alles kein Problem, wenn Uli Hoeneß Ligaverbands-Chef werden würde - sagt: Uli Hoeneß.

Uli Hoeneß hat mit einem Werbefeldzug in eigener Sache seinen Großangriff auf den Posten des Ligaverbands-Chefs gestartet. Zwar kündigt der Präsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München einen "Zweikampf mit Stil" gegen Amtsinhaber Reinhard Rauball an, geht dabei aber gewohnt vollmundig zu Werke und gibt schon mal ein verlockendes Versprechen: Mehr Geld für alle - vor allen Dingen für die Kleinen.

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Uli Hoeneß meint es ernst mit seinem Vorhaben, Ligaverbands-Chef werden zu wollen.

(Foto: ag.dpa)

"Wenn ich gewählt werde, wird es allen besser gehen. Vor allem die 2. Liga würde von mir sehr stark profitieren, weil ich dazu beitragen würde, dass mehr Geld akquiriert wird. Dann kann man den Kleinen mehr Geld geben, ohne es den Großen wegzunehmen", sagt Hoeneß in Bild am Sonntag.

Auf breiter Front bemängelt der 58-Jährige die Arbeit der amtierenden Ligaverbands-Spitze, indem er sich selbst über den Klee lobte. Sein großer Vorteil gegenüber Rauball sei, "dass ich viel näher an den Leuten dran bin. Meine Nähe würde Probleme schon im Ansatz ersticken", so Hoeneß im Interview mit dem Münchner Merkur und nennt als Beispiel die noch immer ungeklärte Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw.

"Wir hätten die Problematik nicht"

Hoeneß: "Ich glaube, wir hätten jetzt nicht die Problematik mit der Vertragsverlängerung von Löws Team, hätte ich diese Position schon innegehabt." DFB-Präsident Theo Zwanziger brachte einen Abschluss mit dem Coach nicht zustande, dessen Team bei der WM in Südafrika überraschend gut aufspielte. Und dann spielt noch Liga-Präsident Rauball foul, indem er kurz vor dem WM-Halbfinale gegen Löw und die Mannschaft schoss.

Auch die Schiedsrichter-Affäre hätte sich anders entwickelt, "weil mein Einfluss schon im Vorfeld so groß wäre", behauptete Hoeneß.

Die Entscheidung zwischen dem Herausforderer und dem seit August 2007 amtierenden Rauball um die Bundesliga-Herrschaft fällt am 18. August im Rahmen der Vollversammlung der 36 Klubs der 1. und 2. Liga in Berlin. Jurist Rauball reagierte gelassen auf die Bewerbung des Bayern-Präsidenten und schreckt nicht vor der Kampfabstimmung zurück.

"Meine Entscheidung zu kandidieren, bleibt davon unberührt. Uli Hoeneß hat mich angerufen und mir seine Entscheidung mitgeteilt. Ich war über seine Kandidatur aber nicht überrascht", sagt Rauball der Welt am Sonntag.

Der Präsident von Borussia Dortmund gibt sich trotz der namhaften Konkurrenz zuversichtlich und spürt nach eigenen Angaben die Rückendeckung der Vereine. Viele Klubs hätten ihn gebeten, die Arbeit der vergangenen drei Jahre fortzusetzen. Der Grund dafür liegt für Rauball offenbar auf der Hand. "Die Liga steht sehr gut da", erklärt der 63-Jährige im Rückblick auf seine bisherige Arbeit zufrieden. Aber man müsse auch "die Themen der Zukunft anpacken". Schwerpunkte von Rauballs Wahlprogramm sind neben der Steigerung der TV-Erlöse eine stärkere Präsenz der Liga bei Fifa und Uefa sowie ein verbesserter Dialog mit Fans, der Politik und der Gesellschaft.

Rauball bleibt gelassen

Hoeneß indes will in punkto Sportwetten den bis 2011 laufenden Staatsvertrag abschaffen. "Das kann kein Monopol sein. Ich kann doch als Staat nicht sagen: Privates Spielen ist Sucht, aber Lotto/Toto, Pferdewetten und Spielbank ist keine Sucht", sagt der Schwabe. Hoeneß muss im vierwöchigen Wahlkampf auch Überzeugungsarbeit leisten. Sein Verhältnis zur DFL war in der Vergangenheit oft äußerst angespannt. Besonders mit seiner Meinung zur Verteilung der TV-Gelder war der 58-Jährige bei den kleineren Klubs immer wieder auf Unverständnis gestoßen.

Das soll nun anders werden - wie seine jüngsten Solidaritätsbekundungen zeigen. Dass es überhaupt zum Machtkampf der beiden Alphatiere kommt, hat nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auch mit dem Demokratieverständnis von Rauball zu tun. Hoeneß soll angeblich bereit gewesen sein, nur als Vize-Präsident zu kandidieren. Doch das wollte Rauball wohl nicht. In diesem Fall hätte der Dortmunder Rechtsanwalt seinen vertrauten zweiten Mann, Peter Peters (Schalke 04), opfern müssen.

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