Bundesliga Hannover entzaubert Tedesco

Torschütze im ersten Spiel: Hannovers Zugang Jonathas.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Trainer Domenico Tedesco hat mit dem FC Schalke 04 bei Aufsteiger Hannover 96 die erste Niederlage in der Bundesliga einstecken müssen. 0:1 (0:0) verlor Schalke, für Hannover war es der zweite Sieg im zweiten Spiel. Vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena traf der kurz zuvor eingewechselte Zugang Jonathas in der 67. Minute zum Sieg.

Schalke ist nach dem zweiten Spieltag damit Achter der Tabelle, Hannover Vierter. 96 war eine Woche nach dem 1:0-Auftaktsieg in Mainz aktiver und hatte vor allem in der ersten Halbzeit deutlich mehr Torchancen. Die Gäste spielten in der Defensive solide, waren bei ihren Angriffen jedoch viel zu harmlos.

Die Spieler von 96-Coach André Breitenreiter kamen gegen dessen Ex-Team zu einigen Abschlüssen, meist waren es allerdings ungefährliche Distanzschüsse. Schalkes Torwart und Kapitän Ralf Fährmann entschärfte mit einer Parade die größte 96-Chance der ersten Halbzeit, einen wuchtigen Kopfball von Salif Sané (16.). Das Tedesco-Team wirkte eine Woche nach dem starken 2:0 über RB Leipzig ideenlos und war auch in den Zweikämpfen nicht so präsent wie 96.

Nach der Pause übte Schalke dann etwas mehr Druck auf Hannovers Hintermannschaft aus. Schiedsrichter Patrick Ittrich stand in der 49. Minute im Mittelpunkt: Sané hatte im Strafraum bei einer Grätsche den Ball mit der Hand berührt. Ittrich entschied sofort auf Eckstoß und blieb auch dabei, nachdem er mit dem Videoassistenten kommuniziert hatte.

Die Führung der Gastgeber besorgte dann Joker Jonathas nach schwerem Fehler von Thilo Kehrer und Vorlage von Marvin Bakalorz. Breitenreiter hatte ihn erst wenige Minuten zuvor eingewechselt.

Der angekündigte Stimmungsboykott der Heimfans war teilweise zu spüren, wurde allerdings von vielen Anhängern nicht befolgt. Auf Bannern waren Sprüche wie "50+1 erhalten", "Kind muss weg" oder "Tausche Stimmung gegen Kind" zu lesen. Jedoch wurden schon vor Spielbeginn von zahlreichen Fans die Spielernamen lautstark gerufen. Auch gab es lauten Szenenablauf, Pfiffe bei Schalkes Standards und Rufe wegen Schiedsrichter-Entscheidungen.

96-Fans hatten vor Saisonbeginn einen Boykott beschlossen. Er sollte eine Reaktion auf die Pläne von Clubchef Martin Kind sein, die Anteilsmehrheit an der Profigesellschaft zu übernehmen. Bereits beim Pokalspiel in Bonn und beim Ligaauftakt in Mainz schwiegen die mitreisten Fans der Niedersachsen.