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BVB gegen Werder:Dortmund spielt plötzlich erwachsen

Bundesliga - Werder Bremen v Borussia Dortmund

Erling Haaland traf natürlich auch gegen Bremen, diesmal zum 2:0.

(Foto: REUTERS)
  • Vor zweieinhalb Wochen scheiterte Borussia Dortmund noch im DFB-Pokal bei Werder Bremen.
  • Diesmal tritt der BVB an der Weser mit der Seriosität eines Buchhalters auf - und siegt zum dritten Mal hintereinander.
  • Das Spiel ist der Ausweis eines flotten Lernprozesses.

Es war nur eine kleine Geste, kein Zeichen, dass der Spieler für andere setzen wollte, er hat es nur für sich selbst getan. Und doch sagt es viel über diesen Typ Profi, der Borussia Dortmund vielleicht gerade noch gefehlt hat, um aus einer unterhaltsamen Mannschaft eine erfolgreiche zu machen.

Das Spiel in Bremen trippelte auf die Halbzeitpause zu, es stand 0:0, 43. Minute. Werder war gut dabei, ohne der Borussia weh zu tun, als Milot Rashica antrat, kurz hinter der eigenen Mittellinie. Rashica ist so schnell, dass die kolportierte festgeschriebene Ablösesumme von 38 Millionen Euro, für die er im Sommer angeblich den Verein verlassen darf, nicht utopisch zu sein scheint. Er trat also an, den Ball am Fuß, Dortmund kennt solche Situationen gegen Werder schon, denn Rashica hat neulich mit seinem Tempo das Pokalspiel für Bremen gegen Dortmund entschieden und sieht eigentlich immer gut aus gegen die Borussia.

Aber in dem Pokalspiel Anfang des Monats spielte Emre Can nicht mit, Can, der sich jetzt, in dieser 43. Minute, im Sprint von Rashica nicht abschütteln ließ, sondern den Bremer Angreifer ablief und den Ball sauber klärte, lange bevor irgendeine Gefahr entstanden war. Can. Das war die Geste; eine Geste, wie sie Boris Becker einst machte, wenn er mit dem Becker-Hecht noch einen Punkt erkämpft hatte.

Werder ist seit 17 Halbzeiten ohne eigenes Tor

Nein, die Mannschaft, die diesmal 2:0 (0:0) im Weserstadion gewann, war nicht dieselbe, die noch am 4. Februar an gleicher Stelle sensationell mit 2:3 verloren hatte, als Opfer einer Pokalsensation. Borussia Dortmund spielte diesmal die Pflichtaufgabe im Titelrennen mit der Seriosität eines Buchhalters herunter, so wie es ihr Trainer Lucien Favre gerne hat. "Ein sehr schweres Spiel" sei das gewesen, sagte er hinterher, Werder habe "aggressiv und clever gepresst. Da musst du die Ruhe behalten und darfst nicht die Nerven verlieren".

Vor knapp drei Wochen hat Dortmund die Nerven verloren und zur Pause gegen ähnlich eingestellte Bremer 0:2 zurückgelegen, diesmal ging es torlos in die Halbzeit. Auch wegen Emre Can, 26, der nicht als erstes auf Teufel komm raus den nächsten tödlichen Pass spielen will, sondern der sich dafür feiert, eine Glut ausgetreten zu haben, bevor es vor dem eigenen Tor brennen könnte. Can - 68 Prozent gewonnene Zweikämpfe, nur ein Fehlpass - sagte später: "Es war eine sehr geduldige und erwachsene Vorstellung von uns."

So kann man das sehen. Natürlich hatten die Dortmunder ihre Lehren gezogen aus dem Desaster vom Monatsanfang, als sie auf überhebliche Weise eine Titelchance weggeworfen haben bei einem der aktuell schwächsten Teams der Bundesliga. Favre hatte Can damals noch geschont und auch auf Erling Haaland verzichtet, "einer der besten Stürmer der Welt", wie Florian Kohfeldt findet, der Trainer von Werder Bremen. Auch Haaland spielte diesmal, und wie jedes Mal, wenn er aufläuft, war er auch diesmal ein Faktor im Spiel. Nachdem Hakimi in der 66. Minute auf der rechten Seite durch die Bremer Abwehr gestoßen war und den Ball in den Strafraum legte, stand da dieses blonde, norwegische Mittelgebirge und wuppte ihn ins Tor. 2:0, die Entscheidung.

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