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Bundesliga:Bayern siegt weiter, Schalke zerfällt in Wolfsburg

Serge Gnabry lässt sich für sein Tor zum 2:0 feiern.

(Foto: Carmen Jaspersen/AFP)

Die Münchner kommen zu einem 3:1 in Bremen, der Tabellenletze kassiert fünf Gegentore. Das Wichtigste zum Spieltag.

Von Christopher Gerards und Milan Pavlovic

Werder Bremen - FC Bayern 1:3 (0:2), Tore: 0:1 Goretzka (22.), 0:2 Gnabry (35.), 0:3 Lewandowski (67.), 1:3 Füllkrug (85.)

Zwölfeinhalb Jahre ist es her, dass Werder Bremen zuletzt ein Pflichtspiel gegen den FC Bayern gewann und der 13. März 2021 sollte nicht der Tag werden, an dem die Serie endete. Die Münchner Führung fiel nach einer Ecke: Thomas Müller verlängerte die Flanke von Joshua Kimmich, Leon Goretzka köpfte dann wuchtig ins Eck. Einige Minuten später spielte Kimmich dann einen hohen Pass in den Strafraum auf Müller. Der nahm den Ball mit der Brust an und leitete auf Serge Gnabry weiter, und der Flügelspieler überwand Torwart Jiri Pavlenka.

Robert Lewandowski kam in der zweiten Hälfte zu seinem 32. Saisontreffer. Mehrere Versuche (darunter ein Pfosten- und ein Lattentreffer) hatte er dafür benötigt. Schließlich landete nach einer Ecke der Ball über Umwege und zufällig bei ihm - das 3:0 aus kurzer Distanz zu erzielen, stellte keine große Herausforderung mehr dar. Und dann? Traf Lewandowski in der 78. Minute nochmal den Pfosten. Niclas Füllkrug verkürzte per Abstauber noch für Werder. Der FC Bayern hat erstmal fünf Punkte Vorsprung auf RB Leipzig, am Sonntagnachmittag trifft der Tabellenzweite auf Eintracht Frankfurt.

VfL Wolfsburg - Schalke 04 5:0 (1:0), Tore: 1:0 Mustafi (31., Eigentor), 2:0 Weghorst (51.), 3:0 Baku (58.), 4:0 Brekalo (64.), 5:0 Philipp (79.)

Abstiegskandidat Schalke 04 hat 16 Saisontore erzielt, Wolfsburgs Wout Weghorst inzwischen auch. Er überholte den Gegner am Samstag nur deshalb nicht, weil er zwei der fünf Wolfsburger Treffer auflegte und sich mit einem Tor gegen den zweitligareifen Gegner beschied.

Wer nur die erste halbe Stunde dieses Spiels gesehen hat, dürfte vom Ergebnis überrascht sein: Der Tabellenletzte hielt nicht nur gut mit, sondern setzte dem Tabellendritten zu. Außer einem Abseitstreffer (15.) war aber nichts nennenswert. Bezeichnend, dass das Führungstor des VfL mit doppelter Hilfe der Gäste fiel: Zunächst klärte Verteidiger Shkodran Mustafi schlecht nach vorne, wenige Sekunden noch schlechter nach hinten, als er völlig unbedrängt einen Kopfball aus gut zehn Metern ins eigene Tor setzte (31.) statt zum eigenen Torwart. Der 62. Gegentreffer dieser Saison (das vierte Eigentor) funktioniert sehr gut als Spiegelbild der gesamten Schalker Spielzeit.

Danach war Wolfsburg dominanter und belohnte sich schnell, Goalgetter Weghorst veredelte ein feines Zuspiel von Baku zum 2:0 (51.), Baku bestrafte ein fatales Dribbling von Mustafi am eigenen Strafraum mit dem 3:0 (58.), Brekalo nutzte kratergroße Freiräume zum 4:0 (64.), Maxi Philipps Schuss zum 5:0 wurde erst hinter der Torlinie gestoppt (79.). Schalke war zum x-ten Mal in dieser Saison in sich zusammengebrochen - und wäre vermutlich froh, wenn jemand den Rest dieser Saison im Schnellvorlauf schleunigst zu Ende bringen würde.

Union Berlin - 1. FC Köln 2:1 (0:1), 0:1 Duda (45.+2, Foulelfmeter), 1:1 Kruse (48., Handelfmeter), 2:1 Trimmel (67.).

Die schöne Serie von Union Berlin gegen den 1. FC Köln bleibt intakt. Das 2:1 (0:1) war der vierte Erfolg im vierten Bundesliga-Duell. Vor allem am Anfang verdienten sich "die Eisernen" diesen Sieg. Kölns Torwart Timo Horn entschärfte Schüsse von Petar Musa (6.) und Max Kruse (25.), Verteidiger Noah Katterbach lenkte einen Kopfball von Schlotterbeck an die eigene Latte (28.). Die Gäste - bei denen Verteidiger Jannes Horn früh ausgewechselt werden musste, weil er sich bei einem Foul am Berliner Musa selbst verletzt hatte (12. Minute) -, kamen zur ersten Großchance in der 23. Minute, aber Salih Özcan scheiterte frei vor Andreas Luthe.

Danach gelang es Köln besser, das Spiel vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Und hatte als Höhepunkt der ersten Halbzeit eine Pirouette auf Rasen zu bieten: Jonas Hector drehte einen hübschen Kreisel im Berliner Strafraum, Robin Knoche trat etwas hölzern zu, und Ondrej Duda verwandelte den fälligen Foulelfmeter hart und flach ins linke Toreck zur 1:0-Führung der Gäste (45.+2).

Kurz nach dem Wechsel brachte ein billiger Handelfmeter die Berliner schnell ins Spiel zurück (Wolf hatte bei einer Flanke die linke Hand im Weg). Max Kruse verwandelte sicher (48.). Danach tat sich eine Weile lang wenig, ehe Christopher Trimmel quasi aus dem Nichts mit einem strammen Rechtsschuss zum 2:1 traf (67.). Das reichte schon, da Köln auch in diesem Spiel kaum in der Lage war, gefährliche Momente zu kreieren.

Vor dem Spiel gab es eine Premiere: Union hat erstmals vor einem Spiel in der Fußball-Bundesliga Corona-Schnelltests bei Personen durchgeführt, die im Rahmen des Sonderspielbetriebes im Stadion An der Alten Försterei gelistet waren. Vor der Partie konnten sich zutrittsberechtigte Helfer, Ordner, Journalisten und anderen Personen freiwillig einem kostenfreien SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest unterziehen. Wer sich nicht testen lassen wollte, konnte über das bisher vorgeschriebene Einlassprotokoll des Sonderspielbetriebes das Stadion betreten. Denn die geltenden Hygieneregeln blieben von den Tests unberührt.

Mainz 05 - SC Freiburg 1:0 (0:0), Tor: 1:0 Quaison (84.)

Mainz 05 sammelte wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Das spielentscheidende Tor erzielte der eingewechselte Robin Quaison. Freiburgs Torhüter Florian Müller (ausgeliehen übrigens von Mainz) hatte zunächst wie ein Handball-Torwart einen Kopfball von Robert Glatzel pariert, doch Quaison konnte abstauben. Zuvor hatten beide Teams Möglichkeiten ausgelassen - drei Mal landete der Ball in diesem Spiel am Aluminium. Mainz klettert vorerst auf den Relegationsplatz und hat nun zwei Punkte auf Bielefeld. Die Arminia spielt am Sonntag bei Bayer Leverkusen.

© SZ/tbr
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