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Buch über Ex-Bayern-Trainer Guardiola:"Angst ist der beste Ansporn"

Manchester City v FC Barcelona - UEFA Champions League Group Stage - Group C

"Deutschland war ein Segen für ihn", sagt Guardiola-Biograf Perarnau. Der Trainer ist mittlerweile bei Manchester City.

(Foto: REUTERS)

Autor Martí Perarnau gibt Einblicke in die Arbeitsweise von Pep Guardiola: Warum er Bayern nach drei Jahren verließ, wieso es für ihn keine leichten Spiele gibt - und Ancelotti einen sehr schweren Job hat.

Señor Perarnau, können Sie verstehen, wenn Leute sagen, Pep Guardiola sei ein wunderlicher Typ? "Ja, absolut. Er ist ein seltsamer Trainer. Auch in privaten Gesprächen ist er manchmal so."

Der seltsame Pep Guardiola hat München vor sieben Monaten verlassen. Drei Jahre war er in der Stadt als Trainer des ruhmreichen FC Bayern, drei lange und intensive Jahre. Dennoch kommt im Nachklang der Gedanke auf, ein Geist wäre erschienen. Ein katalanischer Fußballgeist, der engagiert am Spielfeldrand Anweisungen gab, bis die Hose platzte. Der mit gutem Deutsch kam und mit mittelgutem Deutsch verschwand. Der seiner Mannschaft einen Stil beibrachte, den man hierzulande noch nie gesehen hatte. Der fachlich weitreichende Wirkung im Fußballland entfaltete. Aber als Mensch?

Der Mensch Pep Guardiola blieb vielen verborgen in München. Er gab nie tiefergehende Interviews, ließ sich auch sonst kaum blicken in der Öffentlichkeit. Insofern stößt Señor Martí Perarnau in eine Marktlücke.

Biograf Perarnau saß oft an Guardiolas Küchentisch

Perarnau gilt als einziger Publizist, der Guardiola und seinem Tross nahekam in den vergangenen Jahren. Der 61-Jährige aus Barcelona besuchte den Landsmann bei dessen Ausflug nach Alemania sehr oft, saß mit ihm zu Hause am Küchentisch, kam in den Kabinentrakt, sprach mit Spielern und Vertrauten. Kürzlich hat er das zweite Buch über die Münchner Jahre veröffentlicht mit dem Titel "Pep Guardiola - das Deutschland-Tagebuch".

Wer dem Rätsel Pep Guardiola näher kommen möchte, der spricht mit Martí Perarnau.

"Deutschland war ein Segen für ihn", sagt der Autor über seine Hauptfigur. Perarnau glaubt, dass Guardiola in München erst erwachsen geworden sei, zumindest im beruflichen Sinne. "Zuhause in Barcelona war es schwierig, die eigenen Unzulänglichkeiten zu erkennen, in München sah er seine Fehler." Das müssen einige gewesen sein. Denn hat man je einen so fleißigen, akribischen Charakter gesehen?

Die Leser des Buches sollten einigermaßen Bescheid wissen über den Werdegang des FC Bayern. Und sie sollten sich festhalten - es geht ziemlich wild hin und her zwischen Peps Charakter, taktischen Erkenntnissen und wichtigen Spielen. Perarnaus Buch hat sich seinem Protagonisten angepasst: Am Anfang ist das Chaos, doch bis zum Schluss werden einige Dinge so oft wiederholt, dass ein Ergebnis feststeht. In diesem Falle die Erkenntnis, dass Guardiola tatsächlich dieser unruhige, selbstoptimierte Perfektionist ist, den man in diesem Trainer vermutet. Da war offenbar wirklich nichts gespielt.

Zitate von Guardiola im Buch: "Angst ist der beste Ansporn, den es gibt. Du kannst nicht spielen, wenn du keine Angst vor dem Gegner hast. Aber diese Angst darf dich nicht lähmen, sie muss dafür sorgen, dass du deine Kräfte mobilisierst."

"Nicht Entspannung, sondern innere Unruhe sorgt für körperliche Ausgeglichenheit. Deshalb muss man immer unter Strom stehen. Deshalb muss ein Trainer versuchen, dass die Spieler sich nie entspannen und abschlaffen."

"Es ist überall das Gleiche. Entweder du gewinnst, oder sie machen dich fertig. Da hilft nur siegen. Der Arbeit des Trainers wird nicht der geringste Respekt gezollt."

Und ein Dutzend Mal der Satz: "Wir dürfen nicht nachlassen."